Bauernregeln - Wein-Glossar EMW

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Bauernregeln

Januar
 
Anfang und Ende von Januar
zeigt das Wetter an fürs Jahr.

Ist’s an Neujahr (01.01.) hell und klar,
so deutet das ein fruchtbar‘ Jahr.

Ist der Januar hell und weiß,
kommt der Frühling ohne Eis,
wird der Sommer sicher heiß.

Januar hart und rau,
nützt dem Getreidebau.

Ist’s bis Dreikönigstag (06.01.) kein Winter,
so kommt auch keiner mehr dahinter.

An Fabian und Sebastian (20.01.)
fangen Tag und Baum zu wachsen an.

Ist an Vinzenzen (22.01.) Sonnenschein,
gibt es viel und guten Wein.

Gibt’s zu St.Vinzenz (22.01.) Sonnenschein,
füllt das Fass mit gutem Wein.

An dem Tag Vinzentius (22.01.)
jede Rebe treiben muss.

Hat der Vinzenz (22.01.) Wasserflut,
ist’s für die Rebe gar nicht gut.

Geht Vinzenz (22.01.) im Schnee,
gibt’s viel Heu und Klee.

Wie zu Vinzenz (22.01.) das Wetter war,
so wird’s dann sein das ganze Jahr.
Februar
 
Im Februar müssen Stürme fackeln,
dass dem Ochsen die Hörner wackeln.

Februar-Tau bringt Nachtfrost im Mai.

Februar Frost und Wind
macht die Ostertage gelind.

Lichtmess (02.02.) – bi Tag z’ Nacht ess.

Ist’s an Lichtmess (02.02.) hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.

Vor Lichtmess (02.02.) Lerchengesang
macht um den Lenz mich bang.

St.Blasius (03.02.), der ist schon auf Trab
und stößt dem Winter die Hörner ab.

Ist Agathe (05.02.) licht und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell.

Nach Matheis (24.02.)
geht kein Fuchs mehr über’s Eis.
März
 
Taut’s im März nach Sommerart,
bekommt der Lenz einen weißen Bart.

Wenn im März viel‘ Nebel fallen,
im Sommer viel‘ Gewitter schallen.

Wenn im Märzen viel Winde weh’n,
wird’s im Maien warm und schön.

Wenn im März die Kraniche zieh‘n,
werden bald die Bäume blüh‘n.

Siehst im März gelbe Blumen im Freien,
magst getrost du Samen streuen.

Märzen-Wind und Aprilen-Regen
verheißen im Mai gar großen Segen.

Wenn es donnert an St.Cyprian (08.03.),
zieh‘ die Handschuh nochmal an!

Ist es an Josephus (19.03.) klar,
wird es ein gesegnet‘ Jahr.

An Mariä Verkündigung (25.03.)
kommen die Schwalben wiederum.
April
 
Säen am ersten April
verdirbt den Bauern mit Stumpf und Stiel.

Je früher im April die Schlehen blüh‘n,
desto früher die Schnitter zur Ernte zieh‘n.

Je mehr im April die Regen strömen,
desto mehr wirst du vom Felde nehmen.

Wenn Frösche quaken im April,
noch Schnee und Regen kommen will.

Maienkäfer, die im April schon schwirren,
müssen zumeist im Mai erfrieren.

Wer an Christian (03.04.) säet fein,
bringt schönen Flachs in seinen Schrein.

Am 15.April der Kuckuck singen soll,
und muss er singen aus einem Baum, der hohl.

Regen auf Walpurgisnacht (30.04.)
hat stets ein gutes Jahr gebracht.

Der April
macht, was er will.
Mai

Die erste Liebe und der Mai

gehen selten ohne Frost vorbei.

Wie’s Wetter an Kreuzauffindungstag (03.05.),
bis Himmelfahrt es bleiben mag.

Wenn naht der heilige Stanislaus (07.05.),
sollen die Kartoffeln raus.

Der Mai, zum Wonnemond erkoren,
hat den Reif noch hinter den Ohren.

Mamertus (11.05), Pankratius, Servatius
stehn für Kälte und Verdruss.

Pankrazi (12.05.), Servazi (13.05.), Bonifazi (14.05.) sind drei frostige Bazi,
und  am Schluss fehlt nie die kalte Sophie (15.05.)

Nach Servaz (13.05.)
findet der Frost keinen Platz.

Vor Bonifaz (14.05.) kein Sommer;
nach der Sophie (15.05) kein Frost.

Scheint auf Himmelfahrt die Sonne,
bringt der Herbst uns grosse Wonne.

Abendtau und Kühl‘ im Mai
bringen Wein und vieles Heu.

Vor Nachtfrost bist du sicher nicht,
bevor Sophie (15.05.) vorüber ist.

Heiliger St. Nepomuk (16.05),
treib uns die Wassergüss‘ zurück.

Der Nepomuk (16.05.) uns das Wasser macht,
dass uns ein gutes Frühjahr lacht.

Wie’s Wetter am St.Urbanstag (25.05.),*
so es im Herbst wohl werden mag.
Juni

Die Menschen und der Juni-Wind

ändern beide sich geschwind.

Junisonn‘ und Juniregen
bringen dem ganzen Jahr viel Segen.

Ist der Juni feucht und nass,
gibt’s viel Frucht und grünes Gras.

Wenn im Juni Nordwind geht,
kommt Gewitter oft recht spät.

An St.Medardus (08.06.) wird ausgemacht,
ob vierzig Tag die Sonne lacht.

Regnet’s am Medardustag (08.06.),
so regnet’s 21 Tag‘.

Medardus (8.Juni) bringt keinen Frost mehr,
der dem Weinstock gefährlich wär.

St.Barnabas (11.06.) macht, wenn er günstig ist,
all das wieder gut, was verdorben ist.

Wenn an St.Johannis (24.06.) Regengüsse,
verderben uns die besten Nüsse.
Juli

So golden die Sonne im Juli strahlt,
so golden sich der Roggen mahlt.

Juli heiß und schwül,
braucht der Bauer der Hände viel.

Mariä Heimsuch (02.07.) wird’s bestellt,
wie's Wetter vierzig Tag sich hält.

Regen am St.Ulrichstag (04.07.),
macht die Birnen stichig-mad.

Wie´s Wetter am Sieben-Brüder-Tag (10.07.),
es sieben Wochen bleiben mag.

Wenn Jakobi (25.07.) kommt heran,
man den Roggen schneiden kann.

St.Jacobi (25.07.) klar und rein,
wird das Christfest frostig sein.

Hört der Juli mit Regen auf,
geht leicht ein Teil der Ernte drauf.
August
 
Soll der nächste Wein gedeih´n,
muss St.Benno (03.08.) windstill sein.

Oswald-Tag (05.08.) muss trocken sein,
sonst werden teuer Korn und Wein.

Wenn’s im August viel tauen tut,
dann bleibt zumeist das Wetter gut.

Im August vor Morgen Regen,
wird vor Mittag sich nicht legen.

Kein Tau am Morgen zeiget an,
dass bald ein Regen kommen kann.

Wenn die Schwalben jetzt schon ziehn,
sie vor naher Kälte fliehn.

Ist der Lorenz (10.08.)** gut und fein,   
wird es auch die Traube sein.

Regen an St.Bartholomä (24.08.)
tut den Reben bitter weh.

So das Wetter zu Bartholomäus ist,
daran sich der Winter misst.

Der August muss Hitze haben,
sonst wird der Obstbaum-Segen begraben.

Stellt im August sich Regen ein,
so regnet es Honig und guten Wein.
September
 
Septemberwetter warm und klar,
verheißt ein gutes nächstes Jahr.

Wie im September tritt der Neumond ein,
so wird das Wetter den Herbst durch sein.

Septemberwärme dann und wann
zeigt einen harten Winter an.

Frische Septemberluft
den Jäger zum Jagen ruft.

Mariä Geburt (06.09.) fliegen zumeist die Schwalben furt.
Bleiben sie aber da, ist der Winter noch nicht nah.

Bringt St.Gorgon (09.09.) Regen,
folgt ein Herbst mit wenig Segen.

Tritt Matthäus (21.09.)*** stürmisch ein;
wird’s bis Ostern Winter sein.

Wie’s Matthäus (21.09.)*** treibt
es vier Wochen bleibt.

Wenn Matthäus (21.09.)*** weint statt lacht,
er aus Wein oft Essig macht.

Die Wintersaat gar wohl gerät,
wenn man sie bis Matthäus (21.09.)*** sät.

Kommt St. Michael (29.09.) heiter und schön,
wird es noch vier Wochen so geh’n.
Oktober
 
Fällt das Laub auf Leodegar (02.10.),
so ist das nächste ein fruchtbar‘s Jahr.

Gießt der St.Gallus (16.10.) grad wie aus´m  Fass,
ist der nächste Sommer nass.

Am St.Gallus-Tag (16.10.)
den Nachsommer man erwarten mag.

Mit St. Hedwig (17.10.) und St. Gall
schweigt der Vögel Sang und Schall.

St.Ursula (21.10.) will uns sagen,
Schnee könnt´ das Feld bald tragen.

Lacht St. Ursula mit Sonnenschein,
wird wenig Schnee vor’m Christfest sein.

Oktober, der fröhliche Wandersmann,
er pinselt Wald, Weide und Hecken an.

Fällt im Oktober das Laub sehr schnell,
ist der Winter bald zur Stell‘.
November

November tritt oft hart herein,
muss nicht viel dahinter sein.

Bringt Hubertus (03.11.) Schnee und Eis,
bleibt’s den ganzen November weiss.

Novemberwasser auf den Wiesen,
dann wird das Gras im Lenz gepriesen.

Friert im November früh das Wasser,
dann wird der Jänner umso nasser.

Ist Martini (11.11.)**** klar und rein,
bricht der Winter bald herein.

Wenn an Martini (11.11.)**** Nebel sind,
wird der Winter meist gelind.

Hat Martini (11.11.)**** einen weißen Bart,
wird der Winter lang und hart.

Wenn die Martinsgänse (11.11)**** auf dem Eise geh'n,
muss das Christkind im Schmutze steh'n.

Schneits im November gleich,
so wird der Winter weich.

Der heilige Leopold (15.11.)
ist dem Altweibersommer hold.

Wenn im November die Sterne stark leuchten,
lässt die auf baldige Kälte deuten.

Wenn es an Andreas (30.11.) schneit,
der Schnee 100 Tag‘ am Boden leit (liegt).
Dezember
 
Herrscht im Advent recht strenge Kält‘,
sie volle achtzehn Wochen hält.

Regnet´s am Bibianatag (02.12.),
regnet´s vierzig Tag uind eine Woche danach.

Fließt zu St.Nikolaus (06.12.) noch der Birkensaft,
dann kriegt der Winter keine Kraft.

Regnet es an Nikolaus (06.12.),
wird der Winter streng und graus.

Bringt das Christkind (24.12.) Kält´und Schnee,
drängt das Winterkorn in d´ Höh´.

Im Dezember sollen Eisblumen blüh‘n,
Weihnachten sei nur auf dem Tische grün!

Hängt zur Weihnacht Eis auf den Weiden,
kannst du zu Ostern Palmen schneiden.

Weihnachten im grünen Kleid‘
hält für Ostern Schnee bereit.
)*   Als Lostag galt der Sommeranfang, der am Urbanstag, dem 25.Mai, begann. Im Landrecht des Sachsenspiegels (um 1222) finden wir hierzu: "Am Sankt Urban sind Weingarten- und Baumgartenzehnt verdient." Eine einleuchtende Erklärung für den Urbanskult findet man in dem im Mittelalter geltenden Recht: Dieses sprach den Ertrag eines Ackers oder Weinbergs dem zu, der das Feld bis zur Aussaat bestellt hatte.
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)**Wohl in Anspielung auf das Blut des Märtyrers St.Laurentius erhielt eine rote Rebsorte, deren Beeren schon im Hochsommer, um den Laurentiustag am 10. August, reifen, den Namen 'St. Laurent'

)*** Der 21. September, der Matthäustag, gilt im Bauernkalender als Winteranfang und ist ein Orakeltag für die Wettervorhersage:
  • Wie’s Matthäus treibt, es vier      Wochen bleibt.
  • Tritt Matthäus stürmisch ein,      wird bis Ostern Winter sein.
  • Wenn Matthäus weint statt lacht – er aus Wein oft      Essig macht.
  • Die Wintersaat gar wohl gerät,      wenn man bis Matthäus sät.

)**** Der 11.November, der Martinstag oder 'Martini', erhielt schon früh besondere Bedeutung als Hauptzinstag. Am Martinstag endete das alte und begann das  neue Wirtschaftsjahr des Bauern. An das Gesinde wurden Löhne bezahlt, Pachtverträge geschlossen, Steuern abgeführt. Mägde und Knechte konnten, wie an Lichtmess (2.Februar), den Dienstherrn wechseln.
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