Va - Vs - Wein-Glossar EMW

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Va - Vs

Vakuum-Verdampfung
Methode zum Entwässern bzw. Konzentrieren von Most
Die Vakuum-Verdampfung ist eine in der EU und national auch in Deutschland seit dem Jahr 2002 zugelassene Methode zur Konzentrierung von Most u. a. mit dem Ziel einer Mostanreicherung. Die Methode ist wie die Umkehrosmose - im Gegensatz zur Kryoextraktion (Konzentration durch Kälte) - auch für die Anreicherung im Qualitätsweinbereich erlaubt, nicht aber für Qualitätsweine mit Prädikat, die grundsätzlich nicht angereichert sein dürfen. Der Alkoholgehalt kann mit dieser Methode um maximal 2 % Vol. angehoben werden, die entzogene Wassermenge darf maximal 20 % der Ausgangsmenge des Mostes betragen.
Bei der Vakuum-Verdampfung wird die Siedetemperatur des Wassers durch das Vakuum auf unter 30 °C gesenkt, was den Vorgang für die teils sehr empfindlichen Inhaltsstoffe einigermaßen schonend macht. Neben dem Effekt der Anreicherung, der durch den im Verhältnis zur verbliebenen Wassermenge steigenden Zuckeranteil entsteht, erhöht sich auch der Anteil aller anderen Inhaltsstoffe wie Extrakt, Mineralstoffe und Säure, bei Rotweinen signifikant auch Tannine und Farbstoffe, was den Rotweincharakter verstärkt. Bei Untersuchungen, die um die Jahrtausendwende im Vorfeld der Zulassung durchgeführt wurden, hat sich gezeigt, dass nur wenige Aromastoffe durch das Verfahren mit dem abgetrennten Wasser verschwinden wie einige Terpene (Linalool, Citronellol, Geraniol, Nerol etc.), die besonders bei sehr aromatischen Sorten wie Muskateller oder Gewürztraminer eine Rolle spielen. Hier wird entweder ein Rückverschnitt mit einer überkonzentrierten Teilmenge als Ausgleich oder die Anwendung des Umkehrosmose-Verfahrens empfohlen.
Auch einige unerwünschte Stoffe, wie z. B. das durch ein stark botrytisbefallenes Lesegut in der Beere produzierte Octenol (pilziger Muffton) werden bei der Vakuum-Verdampfung erfreulicherweise erheblich reduziert. Die wesentlichen Aromastoffe sind hingegen praktisch gar nicht betroffen, da viele der für einen Wein interessanten Aromen erst während der Gärung und später aus Aromavorstufen entstehen, die erhalten bleiben und somit mit verdichtet werden, was das Aroma eines Weines insgesamt verstärkt. Allerdings werden auch ungünstige Aromen aus unreifem Lesegut verstärkt, weshalb auf die Lese physiologisch reifer Trauben geachtet werden muss, besonders auch bei Rotweinen. Versuche haben ergeben, dass Weine, die mit einem Vakuum-Verdampfer angereichert wurden, denen mit herkömmlicher Chaptalisierung sensorisch klar überlegen sind. Als Nachteile der Vakuum-Verdampfung gelten neben den Kosten für die Anschaffung eines Vakuum-Verdampfers samt Energiekosten ein erhöhter Aufwand durch längere Standzeiten und der Mengenverlust, der je nach Intensität der Konzentrierung bis zu 20 % betragen kann. Auch der zwangsläufige Verzicht auf ein Prädikat kann bei entsprechend ausgerichteten Betrieben ein Nachteil sein. Für Qualitätsweine im Premiumbereich ist die Methode jedoch als nahezu optimal zu bezeichnen.
Vanillin
Für Barriqueweine typisches tertiäres Aroma
Vanillin ist ein Aromastoff, der in einer Reihe von Pflanzen natürlich vorkommt bzw. als Vorstufe angelegt ist, wie bei der namensgebenden Vanille, in deren Schoten zunächst das geruchlose Vanillinglucosid vorliegt. Erst durch Fermentation entsteht in den Schoten das phenolische Aldehyd Vanillin (4?Hydroxy-3?methoxy-benz­aldehyd), das etwa 85 % des gesamten Vanillearomas ausmacht. 10 Prozent entfallen auf den Stoff Hydroxy­benzaldehyd, die restlichen 5 Prozent verteilen sich auf mehrere hundert weitere Verbindungen, die das natürliche Vanillearoma von reinem Vanillin spürbar unterscheiden.
Der Vanillegeschmack, der für in Barriques gereifte (Rot-) Weine typisch ist, stammt hingegen aus der Lignin-Pyrolyse, die durch das (mittlere) Toasting (Abflammen) der Innenseiten der Eichenholzdauben bewirkt wird. Nicht zu verwechseln mit dem naturidentischen Vanillin aus Holz oder Papier ist der künstliche, in der Natur nicht vorkommende Aromastoff Ethylvanillin, der sogar noch intensiver riecht als Vanillin, aber billiger in der Herstellung ist. Er unterscheidet sich vom Vanillin dadurch, dass eine Methylgruppe gegen eine Ethylgruppe ausgetauscht ist.
Varietät
Unklarer, oft fälschlicherweise statt 'Rebsorte' verwendeter Begriff
Varietät wird - besonders in manchen Kreisen - gern als Synonym für das bekannte, aber vielleicht nicht ausreichend gehoben wirkende Wort Rebsorte genutzt. Das wird wohl seine Ursache in einer klassischen Nichtübersetzung im Zusammenhang mit einer Begriffsvermischung jedenfalls aus dem Englischen haben, wo ‚Varietal‘ Rebsorte bedeutet, ‚Variety‘ allerdings u. a. 'Spielart' heißt (siehe dort), so wie es im Deutschen eigentlich auch verwendet werden sollte. Auch wenn beide Wörter einen gemeinsamen Ursprung haben: Man tut auf jeden Fall gut daran, das Wort 'Varietät' im Zusammenhang mit Rebsorten gänzlich zu meiden, weil dann Missverständnisse ausgeschlossen sind.
VDP
Korrekt: VDP. Die Prädikatsweingüter
Der im Folgenden kurz VDP genannte Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (wie er früher einmal hieß) verfolgt für seine Mitglieder definierte Qualitätsziele, die sich am französischen Vorbild orientieren und gut an der vom Verband entwickelten Qualitätspyramide ablesen lassen. Diese Qualitätspyramide besteht aus vier Stufen mit der Basis Gutswein und den darüber folgenden Stufen Ortswein, Erste Lage und Große Lage bzw. Großes Gewächs (siehe jeweils unter diesen Stichwörtern).
Im Zentrum der VDP-Philosophie steht eine flächendeckende Lagenklassifizierung wie es in Frankreich seit jeher üblich ist. Damit einher geht der Verzicht auf Prädikate im Bereich der trockenen Weine bzw. die Reservierung von Prädikatsstufen für süße/edelsüße Weine. Der bereits im Jahr 1910 gegründete VDP (Bundesverband plus zehn Regionalverbände) hat zurzeit 201 Mitglieder (Stand: 8/2014), die sich über alle deutschen Anbaugebiete verteilen und eine Rebfläche von 4.900 Hektar bewirtschaften. Über 50 % der Fläche ist mit Riesling bestockt, was nach VDP-Angaben 7 % des Weltrieslinganbaus darstellt; ein Viertel der VDP-Mitglieder wirtschaftet nach kontrolliert-ökologischen Richtlinien. Die Webseite des Verbandes liefert umfangreiche Informationen zur eigenen Qualitätsphilosophie und zu den einzelnen VDP-Mitgliedern; sie ist unter der Adresse www.vdp.de zu erreichen. Dort finden sich auch sehr ausführliche Erläuterungen zur VDP-Qualitätspyramide.
VDP. -   STANDARDS:
REBSORTEN
Die Weine   werden ausschließlich aus regional festgelegten und eng definierten   traditionellen Rebsorten erzeugt.
  Ahr: Riesling – Spätburgunder – Frühburgunder
  Mittelrhein: Riesling
  Mosel-Saar-Ruwer: Riesling
  Nahe: Riesling
  Rheingau: Riesling – Spätburgunder
  Rheinhessen: Riesling – Spätburgunder
  Franken: Riesling – Silvaner – Weisser Burgunder – Spätburgunder
  Saale-Unstrut: Riesling – Silvaner – Weisser Burgunder – Spätburgunder
  Sachsen: Riesling – Weisser Burgunder – Spätburgunder
  Pfalz: Riesling – Weisser Burgunder – Spätburgunder
  Württemberg: Riesling – Spätburgunder – Lemberger
  Baden: Riesling – Weisser Burgunder – Grauer Burgunder – Spätburgunder
ERTRAG
Die   Erntemenge ist auf einen Ertrag von maximal 50 hl pro Hektar beschränkt.
LESE UND LESEZEITPUNKT
Die   Trauben werden selektiv von Hand geerntet. Das natürliche Mostgewicht muss   mindestens Spätlesequalität haben.
VINIFIKATION     
Die Weine   werden ausschließlich mittels traditioneller Produktionsverfahren erzeugt.
ZERTIFIZIERUNG
Neben der   üblichen VDP Betriebsprüfung unterliegen die Weine zusätzlicher Kontrolle und   Prüfung: Die qualitätsorientierte Arbeit im Weinberg und insbesondere das   Ertragsniveau, werden in jedem Weinberg während der gesamten Vegetationsperiode   und vor der Lese überwacht. Die Weine werden vor und nach der Abfüllung durch   eine Prüfungskommission verkostet.  
GESCHMACKSTYPUS
Die   trockenen ERSTE LAGE. Weine werden als Grosses Gewächs bezeichnet, die edelsüßen Spitzen tragen die traditionellen Prädikate von Spätlese bis   Trockenbeerenauslese.
KENNZEICHNUNG
Die Weine   werden mit dem Zeichens ERSTE LAGE       gekennzeichnet. Die Flaschen tragen die VDP Kapsel mit dem   Traubenadler und ein besonderes Etikett auf dem der Wein und das Weingut bezeichnet werden. Die gesetzlichen Angaben befinden sich auf einem   gesonderten Etikett.
VERMARKTUNG
Die   Vermarktung der Weine erfolgt nicht vor dem ersten September des auf die   Ernte folgenden Jahres. Spätburgunder reifen über mindestens 12 Monate im   Holzfass und kommen so ein weiteres Jahr später auf den Markt.
VDQS
Ehemalige französische Qualitätsbezeichnung, mit der Einführung von AOP 2009 abgelöst
VDQS (Vin Délimité de Qualité Supérieure) war eine in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte Qualitätsstufe knapp unterhalb von AOC, etwa zwischen den heutigen IGP und AOP; die Übergangsfrist für die Verwendung des Kürzels VDQS ist Ende 2011 ausgelaufen. Die Regionen mit der Stufe VDQS mussten sich deshalb bis dahin entscheiden, ob sie die Kriterien von IGP oder die nun strengeren von AOP erfüllen möchten, fast alle haben sich für Letzteres entschieden. Ab dem Jahrgang 2014 dürfen generell nur noch die neuen Kürzel IGP (früher Vin de Pays) und AOP (früher AOC) verwendet werden.
vecchio
Italienisch für ‚alt‘, hier aber im Sinn von ‚gereift‘
Als vecchio wird in manchen DOC-Bereichen Italiens ein Wein mit einer längeren Lagerung oder Reifung bezeichnet. Zum Beispiel darf in der Appellation Falerno del Massico DOC (Campania) der Rotwein aus der Sorte Primitivo als vecchio (alternativ zu Riserva) gekennzeichnet werden, wenn er mindestens zwei Jahre Alterung erfahren hat, davon eines im Holzfass (Invecchiamento).
vegan, Veganismus
Begriff für eine Ernährungsweise ohne Butter, Eier, Käse, Milch und die Ablehnung von Tierhaltung
1962 wurde der Begriff ‚vegan‘ erstmals im Oxford English Dictionary angeführt. ‚Veganer‘ ist demnach eine Person, die keine tierischen Produkte isst, trinkt oder verwendet.
Der Veganismus ging aus dem Vegetarismus hervor. 1944 gründete Donald Watson in Birmingham die ‚Vegan Society‘. 1951 publizierte die Vegan Society ihre erste Definition von ‚Veganismus‘ als ‚Leitsatz, dass der Mensch ohne Ausbeutung von Tieren leben soll‘ (Quelle: Wikipedia). Tierethisches Denken ist inzwischen fester Bestandteil der Debatte zum Veganismus. Dazu kommen Studien zur Umweltverträglichkeit der Tierproduktion (Flächenverbrauch, Bodenversauerung, Eutrophierung, Treibhauseffekt, Entwaldung, Überfischung).
Besondere Formen veganer Ernährung sind ‚Bio-vegane Ernährung‘ (nur ökologisch produzierte Lebensmittel), ‚Biologisch-vegane Landwirtschaft‘ (keine Tierhaltung), ‚Frugane Ernährung‘ (nur Früchte, jedenfalls ohne Zerstörung der Pflanze), ‚Rohkosternährung‘ (vegane Rohkost).
In diesem Wein-Glossar interessiert auch die Frage nach veganem Wein
Veganer Wein
Weine, die ohne Hilfsmittel vinifiziert werden, die von (getöteten) Tieren stammen (Hausenblase, Gelatine, Milch- und Hühner- Eiweiß)
Während des Anbaus und der Lese unterscheiden sich Trauben aus konventioneller und veganer Weinbereitung nicht. Erst beim Einsatz kellertechnischer Verfahren entscheidet sich, ob die Trauben zu veganem Wein verarbeitet werden. Vegane Ernährung ist im Trend und die Nachfrage nach veganem Wein auch. Viele Winzerbetriebe im Markgräflerland erzeugen längst vegane Weine, indem sie etwa zur Mostklärung kein Eiweiß mehr verwenden - oder zumindest pflanzliches Eiweiß (aus Erbsen oder Bohnen gewonnen). Dazu gehört auch, dass im Klebstoff für die Etiketten keine tierischen Bestandteile enthalten sind. Allerdings kann man vegane Weine nicht am Geschmack erkennen.
Siehe hierzu auch: Bericht der Badischen Zeitung vom 24.10.2020
Es gibt (noch) kein offizielles Label für vegane Weine, Sekte, Secci, Säfte, jedoch können vegane Weine mit dem V-Label gekennzeichnet werden. Verbraucher, die vegane Weine nachfragen legen zumeist auch Wert darauf, dass diese ökologisch hergestellt sind.
Siehe auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=uW7yAi54Cac
Verzichtet man im Keller gänzlich auf Schönungsmethoden, dauert es wesentlich länger, bis die Jungweine klar werden. Das ist jedoch vor allem bei Rotweinen oft nicht möglich, wenn man Fehltöne verhindern will. Vegane Rotweine werden daher mit Schönungsmitteln behandelt, die nicht tierischen Ursprungs sind (Bentonit, Aktivkohle, vegetabile Gelatine oder pflanzliches Protein).
Dass auch in ‚veganen‘ Weinen Anteile aus tierischen Organismen enthalten sein können, ergibt sich daraus, dass bei noch so umsichtiger Arbeitsweise bei der Weinlese tierische Organismen (Spinnen, Käfer und andere Insekten) ins Lesegut und damit in den Most gelangen können. Fehltöne wie der ‚Marienkäferton‘ beweisen dies eindrücklich. Denkt man die Anforderungen des Veganismus weiter, müsste auch im Weinberg auf das Einbringen tierischer Produkte zur Düngung (Jauche, Mist, Hornspäne etc.) verzichtet werden.
vegetabil
Bezeichnung für pflanzliche, grüne Töne im Wein wie Heu, Gras, Paprika und anderes Gemüse
Vegetabile Noten werden von einer ganzen Reihe von chemischen Verbindungen hervorgerufen wie z. B. Hexanal, 2-Methylpropanol, 3-Methyl-1-butanol, Octanal, 3-Propyl-3-methoxypyrazin, 3-Propyl-3-methoxypyrazin und vielen anderen.
Je nach Konzentration solcher Stoffe liegt evtl. ein Weinfehler vor, für manche Rebsorten sind einige jedoch (in gewissen Grenzen) auch Aromaleitsubstanzen, prägen also die typische Anmutung. Die Aromastoffe stammen in der Regel aus den Beeren (Primäraroma) oder aus der alkoholischen Gärung (Sekundäraroma).3-isobutyl-2-methoxypyrazin (IBMP) ist beispielsweise ein Aromastoff, der typisch für Sauvignon Blanc und Cabernet Sauvignon etc. ist und dort die bekannten grünen Noten hauptsächlich von Paprika hervorruft. Der aus der Beerenhaut, aber besonders aus den Stengeln stammende Stoff baut sich mit der Zeit ab.
Eine ähnliche Verbindung ist IPMP, ebenfalls ein Methoxypyrazin, das u. a. im Körpersaft von Marienkäfern vorkommt und ab einer gewissen Anzahl (ca. fünf Käfer pro Liter Most) mit dem Lesegut zerquetschter Tiere einen sehr unangenehmen Geruch, den Marienkäferton, entwickelt, der in relativ geringer Konzentration noch an Erbsen, evtl. auch an (rohe) Kartoffeln erinnert.
Vegetationsruhe
Zeit, in der das Wachstum der Rebe hauptsächlich temperaturbedingt ruht
Die Vegetationsruhe ist die letzte der phänologischen Jahreszeiten, sie beginnt etwa nach der Lese mit dem Abschluss der Holzreife. Es folgen die Verfärbung des Laubes und der Blattfall. Idealerweise findet im ausgehenden Winter noch während der Ruhephase der Rebschnitt statt. Die Vegetationsruhe endet mit dem erneuten Austrieb, wenn sowohl die Boden- als auch die Lufttemperatur geeignete Werte erreichen. Er findet in unseren Breiten meist Ende April bei mind. 7,5 °C Luft- und ca. 13 °C Bodentemperatur statt. Generelle Voraussetzung für einen sinnvollen Weinbau ist ein langjähriges Tagesmittel der Lufttemperatur in der Region von mindestens 9 °C. Die Vegetationsruhe wird durch äußere Einflüsse gesteuert wie Verfügbarkeit von Licht (Photoperiode), Temperaturen, Niederschläge und auch Krankheiten (Pilze). In der Ruhephase selbst verändern sich die Struktur und die Aufgaben der Phytohormone und initiieren vorrangig Überlebensstrategien der Rebe: Verholzung des Integuments der Samen, Verholzung der Knospenschuppen und die Verkorkung des Phellogens (Korkkambium). Wichtige Vorgänge stellen die Trieb-, Knospen- und Wurzelruhe dar.
Details zum Thema können der einschlägigen Fachliteratur entnommen werden.
vegetative Vermehrung
Ungeschlechtliche Vermehrung von Pflanzen mit jeweils identischen Erbmerkmalen
Die vegetative Vermehrung kann (vom Menschen) durch zwei verschiedene Methoden erfolgen: durch Veredelung bzw. das Zusammenfügen von Pflanzenteilen oder durch die Trennung einer Pflanze und die Nutzung einzelner Teile z. B. als Steckling oder Ableger etc.
Die Grundlage für das Gelingen ist die Fähigkeit von Pflanzen, sich aus einzelnen Zellen oder größeren Teilen von Pflanzen wieder komplett neu aufbauen zu können, ohne im Erbgut verändert zu sein. Im Weinbau kommen üblicherweise beide Methoden zum Einsatz: Während die Unterlagsreben als Stecklinge vermehrt werden, die zunächst im Boden ihre Wurzeln entwickeln müssen,  werden die Keltersorten über Edelreiser durch Veredelung vermehrt, indem sie auf die dann bereits verwurzelten Unterlagsreben gepfropft werden. Hintergrund ist die Anfälligkeit der europäischen Rebsorten gegen die Wurzelreblaus, gegen die die amerikanischen Unterlagsreben jedoch resistent sind
(Mehr dazu unter dem Stichwort 'Pfropfen').
velho
Portugiesisch für ‚alt‘
Als velho darf in Portugal ein Rotwein bezeichnet werden, der eine Lagerzeit im großen Gebinde (Fass, Tank) von mindestens drei Jahren vorweisen kann (Weißweine zwei Jahre). Der Alkoholgehalt muss mindestens 11,5 % Vol. betragen, die Angabe eines Jahrgangs ist hingegen nicht gefordert.
Vendange
Französisch für Weinlese
Vendemmia
Italienisch für Weinlese, auch Jahrgang
Verarbeitungswein
Alte Bezeichnung, die einst in der EG-Verordnung Nr. 1493/1999 festgelegt, im Jahr 2009 im Zuge der Weinmarktreform aber durch den Begriff Grundwein ersetzt wurde
(Siehe dort)
Verbotsprinzip
Altes Bezeichnungsrecht: Was nicht erlaubt ist, darf nicht auf dem Etikett erscheinen
Diese sehr klare, aber auch recht rigide Regelung trat 1971 mit der Weinrechtsreform erstmals in Kraft, wurde aber im Jahr 2003 durch das Missbrauchsprinzip ersetzt, das seither die rechtliche Grundlage für das Bezeichnungsrecht darstellt. Während es früher eine Art Katalog gab, der die erlaubten Angaben enthielt, gibt es heute auf dem Etikett drei verschiedene Arten von Angaben: Obligatorische (verpflichtende), die genau festgelegt sind, fakultative (erlaubte) Angaben, die nicht erscheinen müssen, aber ebenfalls geregelt sind und sonstige Angaben, die nicht geregelt und freiwillig sind und als zusätzliche Information für den Verbraucher gedacht sind. Grundsätzlich greift das bereits früher bestehende Irreführungsverbot, nach dem die Angaben den Konsumenten nicht - wie das Wort schon sagt - in die Irre führen dürfen, was innerhalb des Missbrauchsprinzips die einschränkende Wirkung hat. Alle Angaben müssen zudem grundsätzlich wahr sein und dürfen keine Markenrechte verletzen, was bisweilen vor Gericht geklärt werden muss.
Véraison
Franz. für die Vegetationsphase der Beerenreife (Ende Juli/Anfang August)
Verbesserung
Anderer Begriff für Mostanreicherung oder Chaptalisierung
(Siehe dort)
verde, vert
Italienisch/Spanisch/Portugiesisch bzw. Französisch für grün
Veresterung
Bildung von Estern, meist aus Säuren und Alkoholen oder Phenolen
Ester liefern für den Wein wichtige Aromastoffe, deren Vorhandensein an die Ausgangsstoffe (bestimmte Säuren und Alkohol) gebunden ist. Für einen allgemein fruchtigen Eindruck ist u. a. die Verbindung Ethylacetat  bzw. Essigsäureethylester (siehe dort) verantwortlich - eigentlich ein Lösungsmittel, das aus Essigsäure und Ethylalkohol entsteht und ein fruchtiges, etwas an Apfel erinnerndes Aroma hervorbringt, in höherer Konzentration aber nach Klebstoff riecht. In den Wein kommt es entweder aus faulem Lesegut, was wegen der meist größeren Mengen eher unerwünscht ist (Fehltöne), oder es bildet sich während der Gärung in geeigneter Konzentration und trägt dann zur fruchtigen Anmutung eines Weines bei.
Oder Zimtsäureethylester: Der ist verantwortlich für den typischen Geschmack der Weine, die zur Muskatellerfamilie gehören. Die Verbindung entsteht erst, wenn während der Gärung Alkohol ins Spiel kommt. Die in den Beeren über einige Zwischenstufen des Zuckerabbaus (Glykolyse), die Shikimisäure und die Aminosäure Phenylalanin entstandene Zimtsäure wird dann mit Ethylalkohol verestert und verbreitet erst dadurch den fruchtigen Muskatgeschmack
(Siehe auch unter 'Ester').
verbrannter Gummi
Übler Geruch, der bei Vorliegen eines Schwefelböcksers dominiert
Veredelung
Pfropfen von Edelreisern auf Unterlagen
(Siehe unter 'Pfropfen')
Verkosten, Verkostung
Einen Wein probieren und anhand bestimmter Kriterien beschreiben, auch beurteilen  
Wer Wein verkostet, kann dies aus ganz unterschiedlichen Gründen tun. Wenn der Verkoster amtlich unterwegs ist, könnte er einen Wein z. B. auf seine Eignung als Qualitätswein prüfen, also im Zuge der Erteilung einer Amtlichen Prüfnummer; vielleicht ist der Verkoster aber auch ein Weinhändler, der noch nicht abgefüllte Fassware daraufhin abklopft, ob oder wie viel er davon nach der Abfüllung kaufen möchte.
Regelmäßig probiert natürlich jeder Kellermeister seine Weine, etwa um wertvolle Erkenntnisse bezüglich seiner Entwicklung zu erlangen; möglicherweise hat ein Weinbauingenieur oder Oenologe ein wissenschaftliches Interesse an einem Wein, oder ein Weinjournalist möchte einen Wein beurteilen und das Ergebnis als Punktzahl veröffentlichen. Für die aufgeführten Möglichkeiten gibt es professionelle Verfahren (zum größten Teil in diesem Glossar unter dem jeweiligen Stichwort beschrieben), die im Bereich der Sensorik angesiedelt sind, und die je nach Fähigkeit des Verkosters auch recht aussagekräftig sind, wenn man von der bisweilen von kommerziellen Gesichtspunkten geprägten, darüber hinaus auch noch stark subjektiven Punktevergabe à la Parker einmal absieht.
An dieser Stelle ist es jedoch vielleicht interessanter, sich mit den Möglichkeiten von interessierten Endverbrauchern zu beschäftigen, was im Folgenden anhand eines Beispiels auch geschehen soll. Am besten verkostet dabei, wer Eindrücke mit Erfahrung ein wenig verknüpfen kann. Damit kann auch ein interessierter Laie unter Berücksichtigung bestimmter Punkte, die es nacheinander abzuarbeiten gilt, beachtliche Erfolge erzielen, ein Beispiel: Ein trockener deutscher Weißwein, von dem der Jahrgang (er ist jung) und die Qualitätsstufe (Kabinett) bekannt ist, soll verkostet, beschrieben und auch noch einer Rebsorte, evtl. noch grob der Herkunft (Anbaugebiet) zugeordnet werden.
Wir nehmen an, dass der Wein keinen Fehler hat, typisch für die Rebsorte, die Qualität und die Herkunft ist, die Trinktemperatur stimmt (8 bis 10 °C), keine störenden Lichtquellen oder Gerüche vorhanden sind und wir geeignete Probengläser zur Verfügung haben. Man geht am besten der Reihe nach vor (siehe unter COS) und wendet dabei - soweit möglich - das Ausschlussverfahren an: Als erstes wird man sich den Wein ansehen und notieren, ob er klar ist und welche Farbe er hat. Der erste Hinweis auf eine Rebsorte könnte nämlich die Farbe sein. Man hält das Glas gegen eine geeignete Lichtquelle: Ist er eher weißlich-grün, grünlich, grünlich-gelb, gelblich, gold-gelb etc.?
Nach eingehender Betrachtung entscheiden wir uns für ein zartes Strohgelb mit grünlichen Reflexen. Es folgt die Nase: Man schwenkt den Wein vorsichtig ein wenig im Glas (Kreisbewegung) und riecht daran; dabei stellt man sich geschickterweise einige bekannte Gerüche z. B. von Früchten o. ä. vor und vergleicht. Wir registrieren einen zarten Duft nach (grünem) Apfel, vielleicht auch ein Hauch von Pfirsich. Nun der Geschmack, wieder mit einem leichten Gedanken an bekannte Geschmäcker im Hinterkopf. Man setzt dazu das Glas an und nimmt, während man den Wein im Glas noch einmal riecht, einen kleinen Schluck und spült den Wein langsam im Mund hin und her, wer unbedingt will, kann den Wein auch durch die Zähne schlürfen. Jetzt spürt man den (grünen) Apfel deutlicher (Granny?), hintendran wieder der (weiße?) Pfirsich und das Ganze noch mit einem winzigen Spritzer Zitrusfrucht versehen. Der Wein hat eine zarte Struktur, ist leicht mineralisch, hat nicht zu viel Körper (ein Kabinett!), die Frucht wird von einer angenehm spürbaren Säure eingerahmt. Deutet alles auf einen trockenen Riesling Kabinett von der Nahe hin (am wahrscheinlichsten!), oder vom Mittelrhein, von der Mosel, vielleicht auch von der Saar oder der Ruwer, aber eher nicht aus Franken (hier ist der Riesling erdiger, bodenständiger) oder aus dem Rheingau (die haben mehr Kraft, sind weniger zart und noch säurebetonter) und schon gar nicht aus Württemberg (hier hat der Riesling meist etwas weniger Säure und die Fruchtanmutung geht eher ins Exotische).
Den ausgeprägten Geschmack von grünen Äpfeln, die deutlich spürbare Säure und das Mineralische zeigt sonst keine in Deutschland zugelassene Rebsorte so deutlich (manchmal wird Riesling jedoch mit Kerner verwechselt). Die ausgeprägte Mineralität weist zudem auf bestimmte Böden hin (evtl. Schiefer), was wiederum zurückführt in Richtung der o. g. Anbaugebiete, wo der Riesling dominiert - und da schließt sich der Kreis wenigstens ein Stück weit. Diese Art von Verkostung ist ein herrliches Gesellschaftspiel unter Weinfreunden und kann praktisch unbegrenzt ausgeweitet werden - je nach Kenntnisstand der Runde.
Vernatsch
Südtiroler Bezeichnung für die Rebsorte Trollinger
Der deutsche Name unseres Trollingers lautet in Südtirol Vernatsch, der italienische Schiava. Was man dabei allerdings auseinanderhalten muss, sind Bezeichnungen wie Groß-, Klein-, Grau- oder Edelvernatsch und den entsprechenden Verbindungen mit Schiava. Unserem Trollinger entspricht - wie oben genannt - die Bezeichnung Vernatsch bzw. die italienische Schiava Grossa.
Verjus
Saft aus extrem früh gelesenen Trauben, zu Deutsch ‚Grünsaft‘
Seit einiger Zeit bahnt sich ein noch relativ unbekanntes aber in Wahrheit schon uraltes Produkt aus Weintrauben immer mehr den Weg in die (Gourmet-) Küche – der Verjus, im Mittelalter auch Agrest genannt. Aufgrund seiner geschmacklich sehr ausgewogenen Eigenschaften eignet sich der alkoholfreie Verjus u. a. besonders gut zur Bereitung von Salatsaucen (statt Essig oder Zitrone), was dann wegen der vergleichbaren Säurestruktur auch manchen Wein als Begleiter von Salat zulässt. Das auf  Deutsch auch als ‚Grünsaft‘ bzw. ‚grüner Saft‘ (franz. vert jus) bezeichnete Produkt unterliegt einem speziellen Herstellungsprozess, für den vor allem der richtige Lesezeitpunkt wichtig ist. Die Trauben für den Verjus werden meist Ende Juli bis Anfang August gelesen, wenn die Beeren noch „grün“ sind und nicht so viel Zucker eingelagert haben, die Säurestruktur aber noch sehr kräftig ist und die Saftbildung schon begonnen hat. Dazu ist die Wahl der Rebsorte ein wichtiges Kriterium; so eignen sich besonders aromatische Sorten mit kräftiger Säure sehr gut. Wichtig ist auch eine gute Pilzresistenz, da durch Spritzungen hervorgerufene Wartezeiten das enge Zeitfenster für die „Grünlese“ beeinträchtigen können. Oft wird der Grünsaft aus Trauben bereitet, die der Ausdünnung zum Opfer gefallen sind, sozusagen als Abfallprodukt. Qualitativ besonders hochwertiger Verjus entsteht dagegen aus eigens dafür kultivierten Reben. Die Pressung der noch unreifen Trauben (egal ob es weiße oder rote Rebsorten sind – zu diesem Zeitpunkt sind sie alle noch mehr oder weniger grün) muss mit großer Sorgfalt vorgenommen werden, die weitere Verarbeitung bis zur Pasteurisierung vor der Abfüllung erfolgt unter starker Kühlung. So richtig günstig ist ein guter Verjus verständlicherweise nicht; Preise wie im oberen Segment für Wein sind keine Ausnahme.
Vermarktungstermin für Prädikatsweine
Nicht mehr bestehende Regelung für die frühestmögliche Vermarktung von Prädikatsweinen
Die lange Zeit gültige Regelung, nach der Weine mit den Prädikaten Kabinett (ab 1. Januar) und Spätlese (ab 1. März) vor den genannten Terminen nicht angeboten werden dürfen, ist seit Ende 2004 aufgehoben, weshalb man seit längerer Zeit bereits vor Weihnachten entsprechende Weine kaufen kann.
Andere Vermarktungstermine sind aber gleichwohl gültig z. B. für Weine mit der Bezeichnung 'Erstes Gewächs' aus dem Rheingau: Für Riesling gilt der 1. September des auf die Lese folgenden Jahres als Termin, der Spätburgunder muss sogar noch ein ganzes Jahr länger warten.
Verrieseln
Abfallen der Fruchtansätze während oder kurz nach der Blüte
Das Verrieseln ist bisweilen auf Chlorose, oft jedoch auf witterungsbedingte Einflüsse zurückzuführen wie Hagel, Frost oder Starkregen; auch schlechte Nährstoffversorgung, die von Schadorganismen wie Viren (Reisigkrankheit), Milben oder Pilzen ausgelöst wird, kann ein Grund sein.
Dazu kommen evtl. vom Winzer ausgebrachte Pflanzenschutz- oder -behandlungsmittel, die die Fruchtansätze beeinträchtigen können. Ein geringer Grad an Verrieselung ist jedoch oft sogar als natürliche Ertragsregulierung gewünscht; ein geringerer Fruchtansatz hilft zudem Botrytisbefall in der Reifezeit zu vermeiden, weil die Beeren mehr Platz haben. Ist das Verrieseln jedoch besonders intensiv, spricht man vom Durchrieseln, das erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen kann.
verschlossen, verhalten
Bezeichnung für meist junge (Rot-) Weine, deren (Aroma-) Merkmale noch nicht entwickelt sind
Wenn man im Zusammenhang mit einem Rotwein von 'verschlossen' oder 'verhalten' spricht, impliziert das die Vermutung, dass der Wein sich später einmal grandios öffnen wird, also entsprechendes Potenzial besitzt.
Manche Rotweine entwickeln sich bisweilen ein wenig durch intensives Lüften, meist sind sie jedoch noch auf dem Weg zu ihrem Höhepunkt. Eine andere Eigenschaft von eher hochwertigen Rotweinen ist das erneute Zumachen, nachdem sie schon einmal in einer Phase waren, in der man sie bereits gut trinken konnte. Auch hier besteht die Hoffnung, dass der edle Tropfen wieder aus seiner geschmacklichen Talsohle heraustreten kann.
Veronelli-Guide
Italienischer Weinführer
Der Veronelli-Guide ist benannt nach dem bekannten, 2004 verstorbenen italienischen Weinjournalisten Luigi Veronelli, der äußerst strenge Maßstäbe an die Bewertung der Qualität italienischer Weine anlegte. Der Verlag gibt auch 10 Jahre nach dem Tod des Gründers weiterhin den gefragten Weinführer heraus, der kritische Beiträge und Beurteilungen nach dem 100-Punktesystem enthält. Die Spitze der Weinqualität wird mit drei Sternen symbolisiert, eine Sonne erhält ein Wein, wenn er dreimal hintereinander ausgezeichnete Bewertungen erhalten hat und bei der aktuellen Verkostung mit mindestens 91 Punkten bewertet wurde.   
Versanddosage
Wein-Zucker-Gemisch zur Einstellung der Süße des Schaumweins vor der Abfüllung
Je nach Geschmacksrichtung wird, eventuell unter Entfernung von etwas Flascheninhalt, eine in jedem (Champagner-)Haus individuell gestaltete Zuckerlösung (Dosage) zugesetzt und zwar in der seit 2009 gültigen Abstufung mit den französischen Bezeichnungen (weitere Bezeichnungen unter dem Stichwort 'Geschmacksrichtungen' und unter 'Dosage'):  
Bezeichnung Dosage (Zucker)
brut nature   0 bis   3 g/l
extra brut   0 bis  6 g/l
brut  0 bis 12 g/l t
rès sec 12 bis 17 g/l
sec 17 bis 32 g/l
demi sec 32 bis 50 g/l
doux über 50 g/l  
Verschnitt
Unpopulärer Begriff für das Ergebnis einer Mischung von Weinen
Der Fachausdruck ‚Verschnitt‘ ist unter Weinfreunden nicht sonderlich beliebt. Meist wird darunter etwas Negatives verstanden: entweder im Sinn einer unerlaubten Vermischung von laut Weingesetz nicht kompatiblen Weinpartien (Panschen, Pantschen) oder als immerhin erlaubte Verwertung übriggebliebener, jedenfalls minderwertiger, evtl. überalterter Weinreste. Dass dies so ist, haben die Weinerzeuger diversen kriminellen Machenschaften besonders in den 80er-Jahren zu verdanken, die jeweils als veritable Weinskandale in die Annalen eingegangen sind (z. B. Glykol-Skandal in Deutschland/Österreich, Barbera-Methanol-Skandal in Italien etc.).
Verschnitte haben aber ihren festen Platz in der Weinbereitung, wie zum Beispiel erlaubte Jahrgangs-, Rebsorten- oder Herkunftsverschnitte. Bei diesen drei Arten von Verschnitten müssen bestimmte Bezeichnungsregeln eingehalten werden. Zwar kann ein Verschnitt zweier Jahrgänge natürlich keine Jahrgangsangabe tragen, aber durchaus ein QbA sein, ein Verschnitt aus zwei verschiedenen Anbaugebieten kann kein QbA sein, aber evtl. ein Landwein mit einer Jahresangabe; und ein Verschnitt aus zwei oder drei Rebsorten kann keinen Wein mit nur einer Rebsortenangabe ergeben, aber sowohl einen QbA als auch einen Jahrgangswein etc.
Für alle genannten Fälle gilt jedoch die 85-Prozent-Regel: Diese besagt, dass Verschnittanteile (in Summe) unter 15 % nicht zum Tragen kommen, also bezeichnungsrechtlich nicht wirksam sind. Enthält z. B. ein Spätburgunder zum Aufbessern der Farbe einen Anteil von 10 Prozent Dunkelfelder, bleibt die farbverstärkende Traube unerwähnt, auf dem Etikett steht allein Spätburgunder. Im Prinzip ist aber auch ein Wein dann schon verschnitten worden, wenn z. B. aus oenologischen (oder ökonomischen) Erwägungen getrennt vergorene und evtl. verschieden ausgebaute Partien, deren Trauben aus demselben Jahr, derselben Lage und von derselben Rebsorte stammen, wieder zusammengeführt werden.
Um den oft missverstandenen Begriff 'Verschnitt' auf dem Etikett zu vermeiden (dessen Gebrauch ohnehin gar nicht nötig ist), greifen die deutschen Betriebe mit Vorliebe zu dem französischen und von daher schon einmal viel eleganteren Wort 'Cuvée', das eigentlich auch nur Verschnitt heißt, aber das Fluidum einer Verbesserung des Verschnittergebnisses gegenüber den Einzelweinen transportiert, ganz wie es die Assemblage beim qualitätsfördernden Verschnitt der Champagnergrundweine vormacht. Ob allerdings die bei uns mit der Bezeichnung ‚Cuvée‘ vermarkteten Weine alle tatsächlich besser sind als jeder einzelne der verwendeten Ausgangsweine, sei dahingestellt. Für unseren einfachen Verschnitt haben die Franzosen übrigens auch einen Begriff, der nie auf dem Etikett auftaucht, er heißt 'Coupage' und sagt wie der Verschnitt nichts über die Qualität des Erzeugnisses aus.
Weitere Details finden sich z. B. unter dem Stichwort 'Cuvée'.
Vertikale Verkostung
Probe von Weinen verschiedener Jahrgänge, aber z. B. eines Typs, einer Herkunft bzw. eines Erzeugers
Im Gegensatz dazu werden bei horizontalen Proben (siehe auch dort) verschiedene Weine eines Typs, einer Herkunft oder eines Erzeugers aus nur einem Jahrgang verkostet.
Verschlüsse
Teile zum Verschließen von Wein- bzw. Schaumweinflaschen, unterschiedlich in Material und Ausführung
Seit es Flaschen gibt, hat man nach geeigneten Möglichkeiten gesucht, diese einigermaßen dicht zu verschließen, um den Inhalt zu schützen und ein Auslaufen zu verhindern. Bereits in der Antike hat man im westlichen Mittelmeerraum auf Kork als geeignetes Material zurückgegriffen. In Ermangelung dieser Rinde kamen in Ländern, in denen es keine Korkeichen gab, auch andere Materialien zum Einsatz, wie Ton, Holz, Wachs, Pflanzenfasern (z. B. Mais) Harz, Öl etc. Zuverlässige und einheitlich geformte Korken zum Verschließen größerer Mengen von Flaschen standen aber erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts zur Verfügung, die dann zunächst für Champagner verwendet wurden. Heute gibt es außer Kork auch eine Reihe moderner Verschlüsse, die wie der Schraubverschluss, besonders in der Ausführung Longcap höchsten Ansprüchen genügen und der Weinqualität zuträglich sind. In Weinbauländern wie Australien werden bereits 95 % aller Weinflaschen mit einem Schraubverschluss, oft der Marke Stelvin versehen.
Details zu den heute verwendeten Verschlüssen siehe unter den Stichwörtern Korken, Sektkorken, Agglomerat-Korken, Kunststoffstopfen, Glasstopfen, Kronkorken, Schraubverschluss, Longcap und Stelvin.
Versekten
Einen Sekt herstellen
(Mehr dazu unter den Stichwörtern ‚Sekt‘ und ‚Schaumwein‘)
vielschichtig
Positive Beschreibung eines Weins mit vielen verschiedenen, aber harmonisch aufeinander abgestimmten Eigenschaften (Gegenteil von 'eindimensional')
vieux, vieille, vieil
Französisches Adjektiv mit der Bedeutung ‚alt‘, die weibliche Form lautet vieille, vor Vokalen und dem Buchstaben h aber vieil - egal, ob männlich oder weiblich.
Vignaiolo, Vignaiuolo
Italienisch für Winzer, auch 'Viticoltore' oder selten 'Vendemmiatore'
Viejo
Spanisch für ‚alt‘, traditionelle Bezeichnung für einen längeren Ausbau unter bestimmten Bedingungen
Die Angabe Viejo auf einem spanischen Etikett sagt aus, dass der Wein vor seiner Vermarktung einen oxidativen Ausbau von drei Jahren Dauer erhalten hat. Weitere traditionelle Altersbezeichnungen mit jeweils eigenen Regeln sind Noble und Añejo. Alle drei Begriffe hängen nicht mit der Einteilung nach den DO-Alterungsschritten Crianza, Reserva und Gran Reserva zusammen.
Viertele
Badische und Württemberger Bezeichnung für einen Schoppen, der in Württemberg traditionell aus dem Henkelglas getrunken wird
Die Bezeichnung ‚Viertele‘ sagt schon deutlich, wie viel Wein in dieses (Henkel-)Glas gefüllt wird, nämlich ein Viertel von einem Liter, also 0,25 l. Dass man dieser Logik aber nicht so einfach folgen kann, zeigt die Tatsache, dass die Württemberger nicht von einem Fünftele sprechen, wenn ein Glas nur 0,2 Liter fasst. Und es zeigt auch, dass das Viertele untrennbar mit dem Schoppen verbunden ist, der mit 0,2 Liter Inhalt einfach zu mickrig ausfiele ...
(Siehe auch unter ‚Schoppen‘)
Vigna
Italienisch für Weinberg, auch Lage
Wird die Bezeichnung ‚Vigna‘ mit einem konkreten Lagennamen verbunden auf dem Etikett ausgewiesen, muss der Lagenname amtlich eingetragen sein. Ähnlich wird auch die Bezeichnung Vigneto verwendet. In Italien ist diese einem französischen Grand Cru ähnliche Angabe noch nicht so weit verbreitet wie in Frankreich. Irritierend ist bisweilen, dass eine Reihe von Erzeugern das Wort Vigna in ihren Gutsnamen integriert hat wie z. B. Vigna Vecchia in Radda im Chianti Classico. Dieses deutet dann nicht auf einen Lagennamen hin. Umgekehrt wird vielen bekannten Lagennamen z. B. in Barolo oder Barbaresco das Wort Vigna gerade nicht vorangestellt, so dass ein Barolo aus der Lage Cannubbio nicht als Vigna Cannubbio sondern einfach nur als Cannubbio oder auch als Cru Cannubbio bezeichnet wird, wie z. B. auf der Webseite von Francesco Rinaldi & Figli. Auch die Variante Vigna Cru wurde schon gesichtet, was zwar kreativ klingt, aber nicht wirklich üblich ist.
Vigneron
Französisch für Winzer, auch Viticulteur
Vignoble
Französisch für Weinberg oder Weinanbaugebiet
Vigne
Französisch für Rebe oder Rebstock
Vigneto
Italienisch für Weinberg
Viña
Spanisch für Weinberg
Vin blanc, rouge, gris, rosé, jaune
Französische Bezeichnungen für Weinfarben oder Weintypen
Vin blanc: Weißwein
Vin rouge: Rotwein
Vin gris: heller (wörtlich: grauer) Wein, entspricht farblich einem Blanc de Noir(s) oder Weißherbst
Vin rosé: Roséwein, roséfarbener Wein
Vin jaune: gelber Wein, eine dem Sherry ähnliche, aber nicht gespritete Spezialität aus dem Jura
Vin de France
Neue, seit 2009 in Frankreich vorgeschriebene Bezeichnung für Tafelwein, früher Vin de table
Vin de table
Französisch für Tafelwein, seit 2009 durch Vin de France ersetzt
Vin de cépage
Französisch für einen Wein, der zu mindestens 85 % aus nur einer Rebsorte bereitet wurde (vgl. Rebsortenwein)
Vin de Pays
Alte, seit 2009 mit Übergangszeit bis 2014 nicht mehr gültige Bezeichnung für französischen Landwein
(Siehe unter IGP)
Vinho branco, tinto, rosado
Portugiesische Bezeichnungen für die drei Weinfarben
Vinho branco: Weißwein
Vinho tinto: Rotwein
Vinho rosado: Roséwein
Vinho Verde
Portugiesische Appellation (wörtlich: grüner Wein)
Vinho Verde ist eine sehr große, knapp 60.000 Hektar umfassende Appellation für Qualitätsweine im Nordwesten Portugals. Der Name ist etwas irreführend, weil es den Wein in allen Farben gibt und sich Verde, was eigentlich grün heißt, auf die besonders grüne Landschaft in der Region bezieht. Für die zu fast gleichen Teilen als Rot- oder Weißweine und einem kleineren Anteil als Rosé hergestellten Vinho Verde sind etwa 35 Rebsorten zugelassen, deren Namen bei uns weitgehend unbekannt sind.
Die Weine sind bis auf wenige Ausnahmen sehr leicht im Alkohol, am bekanntesten dürfte in Deutschland der mit in der Regel um 9 % Vol. Alkohol ausgestattete Vinho Verde Casal Garcia (als Weißwein) aus der riesigen Kellerei Aveleda sein.
Vino bianco, rosso, rosato
Italienische Begriffe für die drei Weinfarben
Vino bianco: Weißwein
Vino rosso: Rotwein
Vino rosato: Roséwein
Vino de pago
Spanische Bezeichnung für Lagenwein, höchste Qualitätsstufe in Spanien
Die Qualitätsstufe Vino de Pago ist im Jahr 2003 eingeführt worden, um einen weiteren Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung der spanischen Weine zu unternehmen. Als Qualitätsbezeichnung bedeutet Vino de Pago jedoch nicht exakt Lagenwein, so wie es in Deutschland üblich ist. Der Titel Vino de Pago wird nur an ein einzelnes Weingut vergeben, das über Weinberge verfügt, aus denen Weine von für die Region typischem Charakter entstammen. Die Weingüter müssen in einem dafür zugelassenen Bereich liegen und verhältnismäßig hohe Qualitätsforderungen erfüllen. Im Jahr 2012 gab es 13 für Vino de Pago zugelassene Bereiche, die meisten davon in der Region Castilla-La Mancha; besonders bekannt sind inzwischen auch die Vino-de-Pago-Weine aus Navarra, wo es um die Stadt herum drei Bereiche gibt. Auf dem Etikett darf außer dem jeweiligen Vino-de-Pago-Bereich keine weitere Herkunftsangabe und keine sonstige Qualitätsbezeichnung stehen. Weingüter, die diese Auszeichnung erhalten haben, müssen ihren Vino de Pago von anderen Weinen getrennt bereiten.
Vinifikation, Vinification
Neudeutsch für 'Weinbereitung'
Das deutsche Wort Weinbereitung drückt den Vorgang des Weinbereitens eigentlich treffend aus, weshalb man auf das modische Vinifikation durchaus hätte verzichten können. Zudem ist dieser Ausdruck als klassische Nichtübersetzung aus dem Englischen bzw. Französischen zu uns gekommen, wo man jeweils für das deutsche Wort Weinbereitung durchaus korrekt Vinification (mit c) sagt. Dieses wiederum hat lateinische Wurzeln. Ähnliches gilt für das Substantiv ‚Vinifizierung‘ und das daraus abgeleitete Verb ‚vinifizieren‘ - also Wein machen.
Vino blanco, tinto, rosado
Spanische Bezeichnungen für die drei Weinfarben
Vino blanco: Weißwein
Vino tinto: Rotwein
Vino rosado: Roséwein
Vin(o) Santo
Wörtlich 'Heiliger Wein', italienischer Dessertwein
Der ursprünglich aus Griechenland stammende Vin Santo (zumindest sein Name soll von der griechischen Insel Santorin herrühren) wird meist aus Malvasia-, Trebbiano- und/oder Grecchetto-Trauben (für roten Vin Santo aus Sangiovese) nach dem klassischen Passito-Verfahren hergestellt. Das Wort ‚Passito‘ entstammt dem Verb ‚appassire‘, was verwelken bedeutet und auf den Zustand von meist auf Matten oder Holzgerüsten (selten am Weinstock) getrockneten Weinbeeren verweist. Die uralte Methode der Weinbereitung aus getrockneten Beeren wurde bereits in der Antike im ganzen Mittelmeerraum praktiziert. Der aus den getrockneten Beeren gewonnene Most hat in Ermangelung von Wasser einen sehr hohen Zuckeranteil, was eine recht lange, aber auch unvollständige Gärung bewirkt. Der teilvergorene Wein wird in der Regel unter oxidativ wirkenden Bedingungen auf Dachböden in kleinen, halb gefüllten Fässern gelagert, wo er je nach Jahreszeit mehr oder weniger intensiv jahrelang weitergärt. Der Alkoholgehalt eines fertigen (und oft teuren) Vin Santo liegt nicht selten bei 15,5 bis 16 % Vol. und je länger er in seinem Fass vor sich hin gärt und danach in Ruhe reifen kann, desto komplexer und tiefer wird er; ein zehnjähriger Vin Santo gilt als noch sehr jung. Vin Santo ist würzig, zeigt nussige Noten und Anklänge von Honig und oft steht als Frucht die Aprikose im Vordergrund. Der von trocken bis süß in allen Geschmacksvarianten erhältliche Vin Santo ist eigentlich eine toskanische Spezialität, er wird aber auch in anderen italienischen Regionen produziert, dann allerdings meist als Vino Santo.
Vintage
Englisch für Weinlese bzw. Jahrgang
Vintner
Englisch für Weinhändler, in Amerika heißt das Wort Winzer
Vinum
Lateinisch für Wein, auch Name der größten europäischen Weinzeitschrift
Viren
Winzige Krankheitserreger, die allgemein nicht zu den Lebewesen gezählt werden  
Viren bestehen im Wesentlichen aus einer spezifischen Nukleinsäure. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel, sind nicht in der Lage Energie umzuwandeln oder Proteine zu produzieren und sie können sich ohne Wirt auch nicht selbst vermehren. Mit der einzig wichtigen, wenn nicht der einzigen Information, über die Viren verfügen, nämlich den Bauplan ihrer Nukleinsäure, können sie sich jedoch in pflanzlichen und tierischen Zellen unter Nutzung der intrazellulären Lebensfunktionen vervielfältigen und ausbreiten. Die Zelle dient also als Wirt, wobei sie sich auf Dauer selbst schädigt. Gleichzeitig werden in der Zelle als zweite Erscheinungsform so genannte Virionen gebildet, die aus der Zelle austreten und den Virus verbreiten. Je nach Virus besitzt diese auch als Viruspartikel bezeichnete Form zur Übertragung meist noch eine Art Proteinhülle, die ihr die Zelle quasi als Schutz mitgibt. Viren sind Auslöser verschiedener Erkrankungen der Rebe, die durch die Veredelung mittels Edelreiser oder über den Boden durch Fadenwürmer oder Schmierläuse über die Leitungsbahnen innerhalb eines Rebstockes oder auf andere Stöcke übertragen werden. Bekannte Viruserkrankungen des Rebstockes sind z. B. die Blattrollkrankheit und die Reisigkrankheit (siehe jeweils dort). Zu vermeiden sind Viruserkrankungen gut durch die ausschließliche Verwendung von virusgetesteten Edelreisern (Test z. B. mit ELISA = Enzyme-linked Immunosorbent Assay) bzw. durch das Roden von befallenen Stöcken, von Zeilenabschnitten oder von Herden um einzelne Stöcke. Auch das Entfernen der Wurzeln und das Umarbeiten des Bodens sind zusammen mit einer Wartezeit bis zur Wiederbestockung von mindestens sieben bis acht Jahren wichtig.
Viskosität
Maß für die (Zäh-) Flüssigkeit eines Mediums
Die Viskosität einer Flüssigkeit (im Prinzip haben auch Feststoffe eine Viskosität) hängt - vereinfacht ausgedrückt - von der inneren Reibung ihrer Moleküle aneinander ab und dabei u. a. auch von der herrschenden Temperatur.
Die (dynamische) Viskosität wird mit einem Zahlenwert und der Einheit Millipascalsekunden (mPa·s) angegeben, wobei Wasser bei einer Temperatur von 20 °C den Zahlenwert 1, Ethylalkohol 1,2 und Wein je nach Inhaltsstoffen etwa 2 bis 4 hat (Zum Vergleich: Olivenöl hat etwa 100). Bei Wein hängt die Viskosität vor allem vom Zucker- und Alkoholgehalt ab, besonders stark aber von höheren Alkoholen wie Glyzerin und auch vom Extrakt und weiteren Weininhaltsstoffen. Die erhöhte Viskosität eines Weins lässt sich schön an den so genannten Kirchenfenstern (siehe dort) erkennen. In der Weinsprache wird eine erhöhte Viskosität mit Vokabeln wie körperreich, cremig, mit Schmelz oder auch ölig bezeichnet, wobei Letzteres schon nah an der Grenze zu einem Weinfehler liegt.
Ein Wein, den man als 'lind' bezeichnet, ist besonders zäh und komplett untrinkbar. In diesem Fall haben sich Kolloide aus der Umsetzung von Zucker durch Milchsäurebakterien im Wein gebildet.
Vitamine
Chemische Verbindungen zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen bei Mensch und Tier
Vitamine sind zwar für Mensch und Tier lebensnotwendig, für das Reich der Pflanzen, also auch für Reben haben sie jedoch wenig Bedeutung. Für die Kellertechnik sind Vitamine jedoch durchaus wichtig, vor allem Vitamin B1 (Thiamin) und Vitamin C Ascorbinsäure).
Als natürliche Weininhaltsstoffe liegen die Vitamine B1, B6 und C im Wein in relativ geringen Mengen vor (0,5 bis 0,7 g/l), ein gesundheitsförderlicher Aspekt ist damit kaum vorhanden. Ascorbinsäure darf dem Wein in festgelegten Grenzen als Konservierungsmittel (E 300) kurz vor der Abfüllung zugesetzt werden, ist aber in Weinbeeren in geringem Umfang auch natürlich enthalten (ca. 1/10 des Gehaltes von Orangen). Es ist seit einiger Zeit recht sicher, dass Ascorbinsäure einen positiven Einfluss auf Weine hat, die anfällig für den so genannten Untypischen Alterungston (UTA, siehe dort) sind, weshalb Vitamin C inzwischen nach seriösen Schätzungen mehr als der Hälfte aller Weißweine in Deutschland in bestimmten Jahren quasi vorbeugend verabreicht wird - auch an einem deutlich zitruslastigen Geschmack zu erkennen. Thiamin ist besonders wichtig für die Ernährung der Hefen zur Aufrechterhaltung der alkoholischen Gärung. Thiamin ist in gesundem Lesegut in Form des Coenzyms Thiaminpyrophosphat verfügbar. Es ist an der Umwandlung von Pyruvat zu Acetaldehyd, das weiter zu Ethylalkohol reduziert wird, beteiligt. Mit der Reduzierung von Acetaldehyd im Wein hilft Thiamin SO2-Gaben einzusparen. Eine Thiamin-Gabe (max. 0,65 mg/l) wird nur dann benötigt, wenn durch Fäulnis, Bentonitschönung oder Mosterhitzung ein Thiamin-Mangel entstanden ist.
Viticoltore, Viticulteur
Italienisch bzw. Französisch für Winzer
Vitigno
Italienisch für Rebstock
Vitis
1) Lateinisch für Rebe, Rebstock
2) Gattung in der Familie der Weinrebengewächse

Die Gattung Vitis ist in die zwei Untergattungen Muscadinia mit zwei bzw. drei Arten und Euvitis mit 58 Arten unterteilt. Zu Letzterer gehört auch die Art Vitis vinifera mit der Unterart Vitis vinifera (L.) subspezies vinifera (Edle Weinrebe), der alle Rebsorten zur Weinherstellung zugeordnet sind
(Die komplette Systematik findet sich unter dem Stichwort ‚Rebe‘).
Vitis vinifera
Weinmachende Rebe
Vitis vinifera ist eine in zwei Subspecies unterteilte Art der Untergattung Euvitis. Eine davon ist Vitis vinifera subspecies sylvestris (Wildrebe), die andere ist Vitis vinifera subspecies vinifera (edle Weinrebe). Zu Letzterer gehören alle Keltersorten wie Riesling, Chardonnay, Silvaner, Spätburgunder und noch rund 10.000 weitere, von denen weltweit etwa ein Viertel für die Weinproduktion zugelassen sind. Diese Rebsorten sind entweder nach und nach auf natürlichem Weg aus Wildreben entstanden oder vom Menschen durch Züchtung hervorgebracht worden. Neben den reinen Keltersorten wie z. B. Riesling gibt es auch solche, die vorwiegend zur Herstellung von Tafeltrauben (z. B. Regina) verwendet werden, manche Sorten wie z. B. Gutedel oder Trollinger eigenen sich gut für beide Verwendungsarten. Weiterhin gibt es noch Sorten, die sich besonders zur Herstellung von Rosinen eignen (z. B. Sultana) oder zum Setzen als Zierstöcke, deren Beeren allerdings oft nicht essbar sind
(Details zu Vitis vinifera subsp. vinifera siehe unter den Stichwörtern 'Rebe', 'Rebstock' und 'Rebsorten').
vivace
Italienisch für lebhaft, auch perlend
Vivieser
Synonym für 'Gutedel' oder 'Chasselas' (im Markgräflerland früher gebräuchlich)
Alte Markgräfler Winzer nennen ihn noch heute „Vivieser“ in Erinnerung an seine Herkunft aus Vevey. Denn Markgraf Karl Friedrich von Baden brachte 1780 mit dem Gutedel eine gute und edle Rebsorte und den Wein ins Markgräflerland. So erhielt der “Gutedel” seinen Namen.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gibt es in Deutschland Gutedel zunächst in Württemberg und Franken, ein Jahrhundert später in Sachsen. Eine größere Verbreitung innerhalb Deutschlands erfuhr der Gutedel erst durch Markgraf Karl Friedrich von Baden, der 1780 Pflanzgut aus Vevey am Genfer See ins Markgräflerland einführte. Seine damalige Laufener Vogtei unter Vogt Tobias Herrmann war maßgeblich beteiligt an Vermehrung und Verbreitung der Gutedel-Reben im Markgräflerland. Markgraf Karl Friedrich half so seinen Winzern aus großer Absatz-Not, in die sie durch eine "Rotweinschwemme" geraten waren.
Vogelabwehr
Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vögel (Vergrämen)
In Deutschland werden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Rebanlagen vor Vogelfraß zu schützen. Nicht alle dieser Maßnahmen sind gleich wirksam und manche haben auch erhebliche Nebeneffekte auf die Umgebung. In Deutschland wird der Schaden durch Vögel oft überschätzt, weshalb sich Winzer und Winzergenossenschaften bei einer Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen bisweilen auch gegen solche Maßnahmen entscheiden. Während Schäden durch Ringeltauben, Amseln und Wacholderdrosseln eher gering sind, kann man die Stare als den Hauptfeind der Winzer betrachten, die - wenn sie in großen Schwärmen von bis zu 100.000 Individuen auftreten -  tatsächlich eine Bedrohung darstellen können, was aber bei stark schwankender, insgesamt rückläufiger Starenpopulation nur regional und auch nur zu bestimmten Jahreszeiten der Fall ist. Untersuchungen in Rheinland-Pfalz haben ergeben, dass die Hauptflug- bzw. Schwarmzeit nach der Hauptlese, etwa Mitte Oktober liegt. Trauben, die für höhere Qualitäten am Rebstock verbleiben, sind also eher gefährdet. Die Methoden zur Vogelabwehr sind vielfältig, unterliegen jedoch gesetzlichen Regelungen (Natur- bzw. Umweltschutz, auch Jagdschutz) z. B. dem Schutz von wild lebenden Tierarten etc.
Die aktiven oder passiven Maßnahmen lassen sich etwa so zusammenfassen: Töten der Vögel, Aufspannen von Netzen über den Zeilen, pyroakustische (Knallschuss) und phonoakustisch Anlagen (Geräusche über Lautsprecher) oder Ultraschallgeräte, optische Methoden (z. B. Vogelscheuchen, Blendbänder etc.), Einsatz von Flugzeugen ö. Ä. und schließlich traditionelle Weinbergshüter. Während diverse Möglichkeiten zur Tötung von Vögeln (Vergasung an Schlafplätzen, Auswerfen vergifteter Köder etc.) im Weinbau zumindest in Deutschland keine Rolle spielen und auch streng reglementiert sind, kommen akustische und optische Methoden recht oft zum Einsatz. Akustische Methoden sind genehmigungspflichtig, sie unterliegen den Landes-Immissionsschutzgesetzen. Sie sind oft teuer und teils aufwändig in der Installation und produzieren manchmal einen gewissen Gewöhnungseffekt.
Optische Methoden wie Vogelscheuchen oder Flatterbänder gelten als nur bedingt wirksam. Die zwei effektivsten Methoden sind das (korrekte) Aufspannen von Schutznetzen (siehe unter dem Stichwort 'Netz') und der Einsatz flexibler Weinbergshüter. Diese sind in der Lage, gezielt auf das Auftauchen von Starenschwärmen unter Einsatz mobiler akustischer Methoden zu reagieren. Das hilft z. B. auch Konflikte mit Anwohnern durch einen ansonsten wirksamen Dauerbeschuss aus fest installierten Anlagen zu vermeiden, ist aber schwieriger zu organisieren, weil sich heute zu wenig Menschen für den Einsatz als Weinbergshüter finden.
volatil
Hinweis auf das Vorhandensein von flüchtiger Säure im Wein
Das in einigen Wissenschaften je nach Zusammenhang u. a. für beweglich, veränderlich oder eben flüchtig verwendete Adjektiv ‚volatil‘ ist für eine verständliche und aussagekräftige Weinbeschreibung zum Beispiel als Hinweis auf einen zu hohen Gehalt an Essigsäure - zumindest in deutscher Sprache - eher ungeeignet
(Siehe unter dem Stichwort ‚flüchtige Säure‘).
voll, vollmundig
Hinweis auf ein besonders angenehmes Mundgefühl beim Weintrinken
Die Adjektive voll oder noch stärker vollmundig weisen auf einen Wein hin, der mit einem gewissen Körper ausgestattet ist und dabei meist auch weich, rund, evtl. geschmeidig wirkt, oft unterstützt von einer mehr oder weniger kräftigen Süße. Man spricht auch von der Fülle eines Weins.
Zumindest das Wort
'vollmundig' wird jedoch eher für einfachere Tropfen verwendet (Bacchus), weil komplexere Weine über dieses auch als angenehm süffig bezeichnete Mundgefühl hinaus deutlich mehr zu bieten haben.
Vollreife
Optimales Verhältnis von Säure- und Zuckergehalt der Beeren
(Siehe unter 'physiologische Reife')
Volumenprozent
Einheit der Angabe des Alkoholgehaltes auf den Etiketten u. a. von Weinflaschen
Der Alkoholgehalt eines Weins muss in der EU auf dem Etikett in Volumenprozent angegeben werden (Verordnung 1169/2011), z. B. 13 % Vol., wobei Vol. manchmal auch klein und mit oder ohne Punkt geschrieben wird. In manchen Quellen wird '% vol' als korrekt angegeben. Vorausgestellt werden kann noch das Kürzel alc. für Alkohol. Die Angabe in diesem Beispiel bedeutet jedenfalls, dass der Wein einen Volumenanteil von 13 % aufweist. Man kann auch sagen, der Wein enthält 13 ml Ethylalkohol.
Die Angabe in Volumenprozent unterscheidet sich jedoch beträchtlich vom Massenanteil (Gewichtsprozent) des Alkohols, weil dieser mit  0,79 eine ziemlich niedrige Dichte im Verhältnis zu den sonstigen Weininhaltsstoffen hat.
Der Begriff 'Volumenprozent' geht auf die frühere Schreibweise der Einheit (Vol.-%) zurück, die inzwischen als veraltet gilt.
vorgeschriebene Angaben
Angaben, die auf jeder Wein-, Perl- oder Schaumweinflasche gemacht werden müssen Die vorgeschriebenen (obligatorischen) Angaben enthalten die für den Verbraucher wichtigsten Angaben zu dem Produkt. Diese müssen unverwischbar und in gut lesbarer Schrift (Schriftgröße!) in einem Sichtbereich (ohne die Flasche zu drehen) dargestellt werden, mit Ausnahme der Allergenkennzeichnung(en) und der Losnummer. Frontetiketten können erlaubterweise ausschließlich zu gestalterischen Zwecken benutzt werden; dann müssen die vorgeschriebenen Angaben gemeinsam auf dem Rückenetikett gemacht werden:
Verkehrsbezeichnung (Wein, Perlwein, Schaumwein ...)
Qualitätsstufe (z. B. Deutscher Wein, Qualitätswein), ggf. das ...
Prädikat (Kabinett, Spätlese etc.)
Herkunft (eingegrenzt je nach Qualitätsstufe)
Nennvolumen (Flascheninhalt in Liter oder dessen Zehnerteilungen)
Alkoholgehalt (in % vol)
Abfüller (Namen und Ort oder codiert in einer Nummer zur Identifizierung des Abfüllers)
Losnummer, bei QbA Amtliche Prüfnummer (zur Identifikation des Weines bzw. Herstellers)
Angaben zu Allergenen, ggf. (Enthält Sulfite / Albumin / Kasein / Lysozym) Geschmacksangabe bei Schaumweinen (z. B. brut, trocken, mild etc.)
Mancher wird einige Angaben vermissen, die er für obligatorisch gehalten hat wie den Namen des Herstellers oder Winzers, die Rebsorte, den Jahrgangs oder eine Lagenbezeichnung etc. Diese Angaben sind freiwillig (fakultativ), aber gesetzlich geregelt und deshalb mit entsprechenden Voraussetzungen bzw. Auflagen verbunden
(Details zu obligatorischen oder fakultativen Angaben aller Art siehe unter dem jeweiligen Stichwort in diesem Glossar).
Vorlaufmost
Der erste Most, der aufgrund des Eigengewichtes der Trauben ohne zusätzlichen Druck aus der Presse läuft
Dieser von allein abtropfende (ablaufende), also besonders schonend gewonnene erste Most wird regional mit einer Reihe unterschiedlicher Bezeichnungen belegt wie z. B. Blütenmost, Seihmost oder schlicht Vorlauf etc. Der Vorlaufmost hat denselben Zucker- und Säuregehalt wie die folgenden Pressfraktionen, weil diese Inhaltsstoffe nicht vom Grad einer Pressung abhängen, jedoch weniger Gerb-, Extrakt- und Aromastoffe. Für die Weinbereitung werden die einzelnen Pressfraktionen normalerweise nach Bedarf verschnitten, will man jedoch besonders frische und fruchtige Weine produzieren, eignet sich der reine Vorlaufmost dafür am besten.
VQPRD
Seit 2009 nicht mehr gültiges, bereits früher eher selten verwendetes EU-Kürzel für einen Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete
Beispielhaft auf Italienisch lautet die Abkürzung, zu der es dort auch noch die folgenden Varianten für andere Weinarten gab, so: VQPRD … Vino di Qualità Prodotto in Regione Determinata  VSQPRD: Vino Spumante di Qualità Prodotto in Regione DeterminataVSAQPRD: Vino Spumante Aromatica di Qualità Prodotto in Regione Determinata VLQPRD: Vino Liquoroso di Qualità Prodotto in Regione Determinata VFQPRD: Vino Frizzante di Qualità Prodotto in Regione Determinata
Vorklärung
Absetzen lassen des Mostes
(Siehe unter dem Stichwort ‚Entschleimen‘)
vornehm
Eher unspezifische Bezeichnung für einen Wein, soll so etwas wie „elegant“ bedeuten
(Siehe dort)
V-Streckerschnitt
Spezielle Art des Anschnitts  
Die Anschnittart hat u. a. den Vorteil, zeitsparend und für eine Teilmechanisierung geeignet zu sein. Dabei werden zwei kurze Triebe im Winkel von etwa 45 Grad nach links und rechts in Zeilenrichtung am zweiten oder dritten Unterstützungsdraht befestigt. Empfohlen wird dabei das Schneiden von ein bis zwei Zapfen für einen Rückschnitt in Stammnähe. In einer Veröffentlichung der LWG Bayern werden die Vorteile wie folgt beschrieben: -   Senkung des Arbeitsaufwandes beim Rebschnitt durch mechanischen Vorschnitt-   mechanischer Vorschnitt bereits frühzeitig und bei gefrorenem Boden durchführbar-   schnelles V-förmiges Anheften mit der Heftzange oder mit Bindematerial-   da das Biegen entfällt ist ein Abbrechen der angeschnittenen Tragruten nicht möglich-   durch den reduzierten Anschnitt ist bereitseine Qualitätsverbesserung erzielbar Als ungeeignet werden hingegen stark wüchsige Anlagen genannt und ein solcher Schnitt nach starkem Frost oder Hagelschäden, wenn also Augenausfälle zu erwarten sind.
Bei einem Versuch konnten in einem Zeitraum von drei Jahren bei einem Anschnitt von 4 Augen pro Quadratmeter (Silvaner) spürbar niedrigere Erträge bei gleichzeitig signifikant erhöhten Werten für alle Mostinhaltsstoffe (besonders auch Prolin) gegenüber der Kontrolle mit herkömmlichem Bogenschnitt festgestellt werden. Ein erhöhter Botrytisbefall wurde nicht festgestellt. Diese Art des Anschnitts könnte Zukunft haben.
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