La - Ly - Wein-Glossar EMW

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La - Ly

Lactobazillen
Milchsäurebakterien oder ‚Lactobacillales‘
Sie bilden eine Ordnung von Bakterien, die bei Menschen und Tieren vorkommen. Sie besiedeln Schleimhäute, den Verdauungstrakt einschließlich der Mundhöhle, und sind auch in der Milch zu finden. Dort führt ihre Milchsäureproduktion zur Verdickung der Milch, Grundlage für die Herstellung von Joghurt, Käse und anderen Milchprodukten. Auch sind sie bei einer ‚erwünschten‘ Fermentation beteiligt bei Sauerteig, Sauerkraut, Rohwurst oder Silage. Und beim Abbau der Apfelsäure in Most und Wein.
Milchsäurebakterien sind zur Energiegewinnung auf Kohlehydrate angewiesen; die sie in einer Gärung verwerten – ein fermentativer Abbau der Substrate ohne Sauerstoff. Das Produkt der Fermentation ist die Milchsäure, weshalb dieser Stoffwechselweg als Milchsäuregärung bezeichnet wird
 
Lactone
Überbegriff für eine Gruppe von cyclischen Esterverbindungen, die u. a. im Wein als Aromastoffe wirken
Lactone kommen im Wein natürlicherweise nur in sehr geringen Mengen vor, das für die Anmutung von Weinen sehr wichtige Weinlacton ist überhaupt erst 1996 entdeckt worden, weil so wenig davon vorhanden ist. Dafür hat es einen extrem niedrigen Geruchsschwellenwert, was die gute Wahrnehmung erklärt. Die meisten der bekannten Aromastoffe im Wein, die auf Lactone zurückgehen, stammen entweder aus der Lagerung in Barriques bzw. dem Einsatz von Chips (Whisky- oder Eichenlacton) oder bei auffälligen Eindrücken, wie man es z. B. von zu intensiven Pfirsicharomen von Rieslingweinen kennt, aus unerlaubten Zusätzen, hier sind es bestimmte γ-Lactone.
In der Weinanalytik kann bei verdächtigen Rieslingweinen unterschieden werden zwischen zugesetzten Lactonen natürlichen Ursprungs z. B. aus Säften wie γ-Decalacton (C10) und γ-Dodecalacton (C12) und solchen, die synthetisch hergestellt sind wie γ-Undecalacton (C11) und zwar anhand der Bauart (Enantiomerenverhältnisse). Das bei Riesling natürliche, aber in der Regel nicht aufdringliche, sondern eher dezente Pfirsicharoma geht auf bis dato noch nicht hinreichend erforschte Substanzen zurück. Zum Thema Lactone siehe auch unter den Stichwörtern Weinlacton und Whiskylacton.
Lage
Eng abgegrenzte Weinbergsfläche
Siehe unter dem Stichwort ‚Einzellage
Lagerung
Aufbewahren von Flaschenwein bis zur Trinkreife bzw. bis zum tatsächlichen Genuss
Das Lagern oder die Lagerung von Flaschenwein (auch 'Flaschenlagerung') ist für einen Wein auf jeden Fall dann von Bedeutung, wenn er längere Zeit nach der Abfüllung bis zum Genuss aufbewahrt werden muss oder wird - sei es im Flaschenlager des Weinguts zur Erreichung der (ersten) Trinkreife, im Handel, weil er dort nicht superschnell dreht, in der Schatzkammer zur optimalen Aufbewahrung bis zum St. Nimmerleinstag oder zu Hause beim Endverbraucher, weil dieser meint, der Wein müsse unbedingt noch liegen.
Die häufigsten Lagerungsfehler mit Killerfunktion: generell eine zu lange Lagerung, zu hohe Temperaturen, zu große und häufige Temperaturschwankungen, UV-Strahlen der Sonne und anderer Lichtquellen, häufige Erschütterungen und Fremdgerüche bzw. Schadstoffe in der Kellerluft. Indirekt negativ wirken sich auch eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit und ein Korkmottenbefall aus: Wenn die Flaschen mit Naturkorken verschlossen sind, können diese austrocknen bzw. bröselig werden (Ausläufer). Wie eine optimale Lagerung aussieht, können Sie u. a. unter den Stichwörtern 'Altern', 'Kellerklima' oder 'Genussreife' nachlesen.
Lagenwein
Wein aus einer definierten Einzellage
Während der Stellenwert oder die Reputation eines Weins in erster Linie von der offiziellen (bei uns inoffiziellen) Einstufung oder Klassifizierung einer Einzellage abhängt, wird die tatsächliche Qualität des Weins aus dieser Lage geprägt von den Fähigkeiten des Produzenten und den Gegebenheiten des Jahrgangs. Dem französischen Terroir-Gedanken folgend, ist die Qualität der Lage jedoch eine entscheidende Voraussetzung für die Qualität im Glas. In einem Umfeld höchster Ansprüche und Preise mag das durchaus eine Rolle spielen, wenn man jedoch einmal betrachtet, wie unterschiedlich (gut) Weine verschiedener Winzer sein können, die sich eine durchaus berühmte Lage teilen (z. B. Clos de Vougeot), kann dies den Ruf (wohl aber nicht den Mythos) einer solchen Lage durchaus relativieren.
Dazu kommt ein anderer Aspekt: Selbst kleinere Einzellagen sind nicht homogen, was den Untergrund, die Hangneigung, manchmal auch die Exposition betrifft, was sich enorm auf die Typizität des Weins auswirken kann - und auf die Qualität. Von den rund 80 Winzern, die sich o. g. Weinberg im Burgund teilen, werden längst nicht alle den hohen Erwartungen gerecht; teils wegen der im unteren Teil schwächeren Lagenqualität, teils aber auch wegen der wenig inspirierten Herangehensweise einzelner Protagonisten.
Zu diesem Thema finden Sie ergänzende Informationen auch unter dem Stichwort ‚Klassifikation‘.
Lagerfähigkeit
Potenzial eines Weins, sich mit der Zeit positiv zu entwickeln (mehr unter den Stichwörtern ‚Altern‘ und ‚Kellerklima)
Lagrein
Alte rote Südtiroler Rebsorte
Lagrein ist eine Rebsorte, die bei geeigneter Vinifizierung körperreiche, dunkle, sehr angenehm zu trinkende Weine hervorbringt. Traditionell wird auch eine Rosato-Variante produziert, die im deutschsprachigen Bereich Südtirols Kretzer genannt wird. Insgesamt ist in Südtirol eine Fläche von etwas über 400 Hektar mit Lagrein bestockt. Außer im südlich an Südtirol angrenzenden Trentino, wo die Zahl der Lagrein-Flächen immer mehr zunimmt, gibt es nur noch kleine Bestände in Übersee und minimale Flächen in Deutschland (mehr oder weniger im Versuch). Als Abstammung wird in der neueren Literatur (Universität von Udine, 2010) als Elternschaft Schiava Gentile (eine Trollinger-Variante) x Teroldego angegeben, was sicher auf eine natürliche Kreuzung im Weinberg zurückgeht, da die Sorte schon seit mindestens 500 Jahren in der Region bekannt ist.
Lakritze
Tertiäraroma - Geschmacks-Note von Rotweinen bestimmter Rebsorten
Als Gewürzaroma kann Lakritze in Rotweinen durchaus interessant sein. Rebsorten wie Nebbiolo, Shiraz, aber auch Cabernet Sauvignon etc. zeigen manchmal - je nach Art des Ausbaus einen mehr oder weniger ausgeprägten Lakritz-Ton, der manchmal durch den Ausbau im Barrique noch verstärkt und enorm würzig wirken kann. In der Literatur findet man nur spärliche Hinweise auf die Herkunft des Lakritz- oder Süßholzgeschmacks in manchen Rotweinen, die meisten davon ordnen den Ton tatsächlich dem Barrique-Ausbau zu.
Das allerdings widerspricht zumindest teilweise der Tatsache, dass zum Beispiel Barolo, der aus Nebbiolo bereitet wird, traditionell kein Barrique sieht, gleichwohl aber vor allem im Alter oft eine deutliche Lakritz-Note zeigt. Die weltweit bekannte Süßigkeit Lakritze wird aus der Süßholzwurzel hergestellt, die den für den Geschmack charakteristischen Stoff Glycyrrhizin als natürlich vorkommendes Saponin (sekundärer Pflanzenstoff) enthält. Dieser ist neben seinem intensiven Aroma mit einem 50-fachen der Süßkraft von Saccharose ausgestattet. Der Stoff ist vor einigen Jahren ins Gerede gekommen, weil man sich von medizinischer Seite über unerwünschte Nebenwirkungen von Glycyrrhizin uneins ist (Bluthochdruck, Wassereinlagerungen), zumindest was einen übermäßigen Genuss, besonders durch Kinder, anbelangt.
Lambrusco
Roter italienischer Perlwein  
Obwohl Lambrusco eigentlich eine Rebsortenfamilie darstellt, wird - nicht nur in Deutschland - der Name ‚Lambrusco‘ fast ausschließlich mit dem einfachen roten Perlwein in Verbindung gebracht, der in der Regel in großen Flaschen in den unteren Regalebenen der Supermärkte vorkommt. Damit tut man dem früher auch als ‚Pennerwein‘ diskredidierten Lambrusco allerdings ziemlich Unrecht, denn längst nicht alles, was unter diesem Namen bei uns angeboten wird, ist tatsächlich von mäßiger Qualität. Es gibt für den perlenden Lambrusco vier DOC-Gebiete, die alle in der Emilia-Romagna liegen und unterschiedliche Regularien aufweisen. Nicht alle Weine sind süß, die meisten der Herkunft Lambrusco di Sorbara  sind sogar trocken ausgebaut und schmecken in der Jugend angenehm fruchtig.
Landesweinprämierung
Weinprämierung auf Landesebene der deutschen Bundesländer
Die für die jeweiligen Anbaugebiete zuständigen Weinbauverbände richten jährlich einen Wettbewerb aus, bei dem die Qualität der angestellten Weine und Sekte nach bestimmten Kriterien beurteilt wird. Der offizielle Wettbewerb soll die Erzeugung qualitativ hochwertiger Weine und Sekte und deren Absatz fördern.
Voraussetzung für eine Anstellung ist mindestens die Qualitätsstufe QbA mit entsprechender Amtlichen Prüf(ungs)-Nummer, eine vorhandene Mindestmenge des angestellten Produktes und für QbA ein etwas höheres Mostgewicht, als es gesetzlich gefordert ist. In die Wertung kommen nur Weine ab einer Punktzahl von 3,5 innerhalb des 5-Punkte-Systems.
Als Preise verliehen werden (teils abhängig von der Art bzw. Qualitätsstufe der Weine) bronzene (3,5 bis 3,99 Punkte), silberne (4 bis 4,49) und goldene Preismünzen (4,5 bis 5). Die besten Produkte haben die Möglichkeit, an der Bundesweinprämierung der DLG teilzunehmen.
Landwein
Zweite Güteklasse im Qualitätssystem; Wein mit geschützter geografischer Angabe
Nach der Weinrechtsreform von 2009 ist ein ‚Deutscher Landwein‘ ein Wein mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.), der Begriff darf aber erst seit Anfang 2012 verwendet werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Trauben zu 85 % aus dem auf dem Etikett genannten Landweingebiet (eines von 26) stammen müssen, die Verarbeitung außerhalb des Gebietes ist jedoch erlaubt; außerhalb der vier neu eingeführten Landweingebiete an Rhein und Neckar sind nur die Geschmacksrichtungen trocken oder halbtrocken möglich.
Bei Landweinen dürfen keine Auszeichnungen angebracht werden, ebenso dürfen keine Bereichs-, Gemeinde- und Lagenangaben auf dem Etikett erscheinen, auch keine geografische Bezeichnung, die mit einem bestimmten Anbaugebiet verwechselt werden könnte, wie z. B. Baden. Zur Anreicherung ist auch Konzentrierter Traubenmost erlaubt, zur Süßung ausschließlich Süßreserve. Die Mindestmostgewichte und Hektarhöchsterträge des jeweiligen Landgebietes müssen eingehalten werden.
Landweingebiete
Einteilung der deutschen Weinbauflächen für die Produktion von Landwein
Deutschland ist seit dem Jahr 2009 in 26 Landweingebiete unterteilt, hier die Namen in alphabetischer Reihenfolge: Ahrtaler Landwein, Badischer Landwein, Bayrischer-Bodensee Landwein, Brandenburger Landwein, Landwein Main, Landwein der Mosel, Landwein Neckar (neu), Landwein Oberrhein (neu), Landwein Rhein (neu), Landwein Rhein-Neckar (neu), Landwein der Ruwer, Landwein der Saar, Mecklenburger Landwein, Mitteldeutscher Landwein, Nahegauer Landwein, Pfälzer Landwein, Regensburger Landwein, Rheinburgen-Landwein, Rheingauer Landwein, Rheinischer Landwein, Saarländischer Landwein, Sächsischer Landwein, Schleswig-Holsteiner Landwein (neu), Schwäbischer Landwein, Starkenburger Landwein und Taubertäler Landwein
lang
Positive Bezeichnung für Wein, der lange nachschmeckt (siehe auch unter Caudalie oder Abgang)
langlebig
Bezeichnung für einen Wein mit besonderer Haltbarkeit
Laub, Laubwand
Hier: Blätter der Rebe
Als Laub bezeichnet man in der Botanik die Summe der Blattorgane (der Blätter) eines Laub tragenden Baums oder Strauchs - die Rebe zählt zu den (kletternden) Sträuchern bzw. Lianen. Mehrere Rebstöcke in einer Zeile bilden somit während der Vegetationsperiode eine Laubwand. Informationen zu Form und Funktion der einzelnen Blatt-Organe siehe unter ‚Blatt, zu Arbeiten an der Laubwand unter ‚Laubarbeiten, zur weiteren Nutzung von Weinblättern in Küche und Medizin
(Siehe dort).
Languedoc
Südfranzösische Weinregion
Das Languedoc war früher eine eigenständige Provinz, in der die alte, dem Französischen ähnliche okzitanische Sprache (das Langue d'Oc) gesprochen wurde; allerdings büßte die Provinz im Lauf der Zeit im Zuge vieler Umstrukturierungen ihre Eigenständigkeit ein. Heute ist das Gebiet aufgeteilt in die Regionen Languedoc-Roussillon, Rhône-Alpes und Midi-Pyrénées.
Der Weinbau im Languedoc geht vermutlich auf römische Besatzer zurück, obwohl Funde griechischer Amphoren auch auf einen älteren Zeitraum schließen lassen könnten. Eine Blütezeit erlebte der Weinbau der Region in der Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Ausbau der Mittelmeerhäfen, der Fertigstellung des Canal du Midi und später der Entwicklung des Eisenbahnnetzes, was neue Exportmärkte erschließen half. Ende des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die Situation jedoch immer mehr, hauptsächlich durch die aus Amerika eingeschleppten Schadpilze Echter und Falscher Mehltau und die Reblaus. Die in der Folge neu eingeführten Rebsorten erzielten jedoch so hohe Erträge, dass die Bestände nicht mehr verkauft werden konnten. Die Situation gipfelte in der berühmten Winzerrebellion von 1907, an der sich auf ihrem Höhepunkt  fast 800.000 Menschen allein in Montpellier beteiligten. Das zum Eingreifen entsandte, hauptsächlich aus Einheimischen bestehende 17. Regiment solidarisierte sich zunächst mehrheitlich mit den Aufständischen, andere eiligst nachgeschickte Truppen machten dem Treiben jedoch ein Ende.
Um die Situation für die einzelnen Winzer zu verbessern, gründete sich bald eine Reihe von Winzergenossenschaften, die sich lange Zeit mit der Produktion einfachster Weine befassten, auch beflügelt vom Ende der algerischen Billigweinlieferungen durch den Algerienkrieg 1962. Ab den 80er-Jahren wurden die Massenträger nach und nach durch die hochwertigen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Syrah oder Merlot etc. ersetzt und aus rechtlichen Gründen in der Landwein-Appellation Pays d'Oc zusammengefasst. Das Weinbaugebiet Languedoc verfügt heute neben den Pays d'Oc über 18 Appellationen für Qualitätswein und ist mit insgesamt knapp 280.000 Hektar Rebfläche das größte französische Anbaugebiet. Die größte Appellation Corbiere hat eine Fläche von rund 13.000 Hektar auf der jährlich im Durchschnitt eine halbe Million Hektoliter Wein produziert wird.
Laubarbeiten
Arbeiten an der Laubwand, bei denen Blätter entfernt werden
Laubarbeiten sind ein Teil der allgemeinen Stockpflege während der Vegetationsperiode. Zu den Laubarbeiten gehören grob alle Tätigkeiten, die einen Einfluss auf die Laubwand als Gesamtheit der Blätter haben, also das Ausgeizen, das Ausbrechen (Jäten), das Gipfeln etc. Details zu diesen einzelnen Arbeiten, die an Trieben vorgenommen werden, finden Sie unter dem jeweiligen Stichwort. Einzig beim Belüften (Freischneiden) der Traubenzone werden gezielt nur Blätter entfernt.
Bei dieser Art der Vorsorge vor Pilzbefall muss beachtet werden, welche der Blätter zu welchem Zeitpunkt entfernt werden, da sich dies auf die Assimilatenverteilung auswirkt; denn das zweite bis vierte Blatt eines Triebs, also die Blätter der Traubenzone, senden ihre Assimilate bis zur Blüte sowohl nach oben Richtung Triebspitze als auch nach unten zur Basis des Triebs.
Late Harvest
Englisch für 'Spätlese'
Late Harvest lässt sich zwar wörtlich mit Spätlese übersetzen, jedoch enthält der Begriff nicht dieselben gesetzlichen Vorgaben wie bei uns. In den meisten englischsprachigen Ländern wird die Bezeichnung 'Late Harvest' auch als Basis für noch höhere Qualitätsbezeichnungen verwendet, die allerdings auch nicht direkt auf unser Prädikatssystem übertragbar sind. So heißt in Südafrika beispielsweise das, was ungefähr unserer Auslese entspricht, Special Late Harvest.
Für die Amerikaner ist eine 'Individual Berry Late Harvest' eine Art Trockenbeerenauslese.
Lauge
Alkalische Lösung, Gegenstück zur Säure
Der umgangssprachliche Begriff 'Lauge' bezeichnet eine wässrige Lösung mit einem ph-Wert größer als 7, also mit einer hohen Wasserstoffionenkonzentration - die Lösung ist alkalisch, man sagt auch 'basisch'.
Ein ph-Wert unter 7 zeigt dagegen eine Säure an, die sich ihrerseits mit Laugen bzw. Basen neutralisieren lassen. Diese Eigenschaft kann man sich z. B. bei der einfachen Bestimmung der Gesamtsäure eines Weines mit Hilfe von destilliertem Wasser, Phenolphthalein und Natronlauge zunutze machen. Laugen können, wenn sie stark alkalisch sind, ätzend wirken (kennt man vom Ablaugen von Möbeln), Verwendung finden sie weit verbreitet auch im Bäckerhandwerk (Laugenbrezeln).
lebendig
Bezeichnung für ein angenehm jugendliches Säurespiel
'Lebendig' ist das Gegenstück zu 'fad(e)' und von daher per se etwas Positives; dieser Eindruck ist stark an eine spürbare Säure gebunden, allerdings müssen auch noch andere Eigenschaften hinzukommen wie eine frisch wirkende Frucht und nicht zu viel Süße, mit der manche Weine zur Breite tendieren.
Ähnliche Adjektive sind '
elegant', eventuell auch 'rassig'.
Lay, Lai, Ley, Lei
Altsächsisch für Fels, Klippe und/oder Keltisch für Schiefer
Ob -lay oder -lai, -ley oder -lei - die Endsilbe deutet auf felsiges Schiefer- oder auch Basalt-Material im betreffenden Untergrund hin. Sie ist enthalten in vielen Lagennamen in Anbaugebieten mit hohem Schieferanteil im Boden wie z. B. Mosel oder Mittelrhein (Schwarzlay etc.). Der wahrscheinlich bekannteste aller Namen mit einer der genannten Endungen ist aber sicher die Loreley, ein Schieferfelsen samt Nixe hoch über dem Rhein bei St. Goarshausen - beide haben jedoch nichts mit dem Weinbau zu schaffen
Lederbeeren
Eingeschrumpelte Beeren durch Peronospora-Befall
Peronospora (Falscher Mehltau) ist ein Pilz, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über Frankreich aus den USA eingeschleppt wurde. Bei bestimmten Witterungsbedingungen (anhaltende Feuchtigkeit und geeignete Temperaturen) breitet sich der Pilz schnell aus und führt zum Abwerfen der Blätter und zum Schrumpeln der Beeren. Lederbeeren entstehen, wenn sich Peronospora auf der Traube ausbreitet. Das Krankheitsbild zeigt sich meist zuerst auf Triebspitzen und Blättern, wo sich auf der Oberseite sogenannte ‚Ölflecken‘ bilden, auf der Unterseite hingegen ein weißlicher Pilzbelag. Wenn der Befall intensiv ist, vertrocknen Triebspitzen und Blätter und fallen ab, weshalb Peronospora manchmal auch 'Blattfallkrankheit' genannt wird.
Je nach Zeitpunkt des Befalls können auch die Gescheine (verkümmern und fallen ab) bzw. die jungen Beeren samt Kamm betroffen sein, wo sich ebenfalls ein weißer Pilzrasen bildet. Auf etwas größeren Beeren bildet sich kein Belag, dafür entstehen die meist violett-farbenen Lederbeeren, die ihren Namen dem Erscheinungsbild verdanken: Die Früchte trocknen aus, schrumpeln und entwickeln damit ein ledriges Aussehen. Beeren, die bereits eine weiße Wachsschicht ausgebildet haben, werden von Peronospora-Sporen nicht mehr befallen
(Informationen zur Bekämpfung siehe unter den Stichwörtern 'Peronospora' und 'Fungizid').
leblos
Negative Bezeichnung für einen (alten) Wein ohne Saft und Kraft
Als 'leblos' werden Weine dann eingestuft, wenn sie am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind, kein Lebenszeichen mehr zeigen und keinen Genuss mehr darstellen. Solche Weine werden auch als 'tot' bezeichnet. Wird ein noch jüngerer Wein mit dem Attribut 'leblos' belegt, dann meint man, dass er keine lebendige Säure und keine angenehme Frucht vorweisen kann. Er muss nicht gleich tot sein, aber trinken muss man ihn auch nicht unbedingt.
Leergut
Leere (Wein-)Flaschen mit oder ohne Pfand, die mehrmals befüllt werden
Das '-gut' am 'Leergut' unterscheidet die zur Wiederverwendung gedachten Mehrwegflaschen von den Einwegflaschen. Ob Mehrweg- bzw. Pfandflaschen von der Weinbranche in großem Stil wirtschaftlich eingesetzt werden können oder ob bei genauer Betrachtung des CO2-Footprints - bezogen auf den gesamten Mehrwegvorgang - ein ökologischer Vorteil dabei herauskommt, wird unterschiedlich beurteilt. Für größere Betriebe wie Genossenschaften oder Kellereien könnte sich ein Pfand- und / oder Rücknahmesystem eventuell rechnen und im Bereich der Literweine inkl. Kästen wird das auch oft praktiziert. Für kleinere Betriebe ist eine sorgfältige Reinigung jedenfalls aufwändiger als der Kauf einer neuen Flasche.
leer
Negative Bezeichnung für einen Wein ohne Körper und Struktur
Genau genommen kann ein insgesamt verkehrsfähiger Wein - zumindest ein Qualitätswein aus Deutschland - nicht wirklich 'leer' sein, denn diese sehr negative Eigenschaft würde dazu führen, dass die Voraussetzungen zur Erteilung der AP.-Nr. nicht gegeben sind, ein solcher Wein wäre bei uns fehlerhaft. Aber es kann vor allem bei zu hohen Erträgen und wenig inspirierter Arbeitsweise im Keller in diese Richtung gehen, ‚dünn‘ wäre dann das richtige Adjektiv.
Lehm
Mischung aus Sand, Schluff und Ton
Lehm ist eine Mischung von Partikeln unterschiedlicher Korngrößen, er entsteht durch Gesteinsverwitterung und wird - je nach Art der Entstehung - in mehrere Kategorien eingeteilt wie Lösslehm, Berglehm, Auenlehm etc. Enthält Lehm größere Mengen an Kalk nennt man ihn Mergel, ist er besonders reich an Ton, bezeichnet man ihn als 'fett'.
Lehm kann in seinen vielfältigen Erscheinungsformen als Untergrund sehr fruchtbare, mineralstoffhaltige Böden ausbilden, was für den Weinbau von Interesse ist. Lehmhaltige Böden bringen oft wuchtigere Weine hervor, ist Kalk mit im Spiel, neigen die Weine mehr zur Eleganz - vorausgesetzt, es handelt sich um eine geeignete Rebsorte, einen guten Jahrgang und um einen guten Kellermeister, der die aus der Lage mitgebrachten Eigenschaften im Keller entsprechend umsetzen kann.
Legel, Lägel, Logel
Altes Hohlmaß bzw. Transportbehältnis  
'Legel' (auch 'Logel') sind u. a. Synonyme für Kiepen und Hotten, mit denen während der Lese die Trauben aus den Weinbergsgassen getragen wurden.
Als Raummaß hingegen entsprach ein Legel (Lägel) Wein etwa 40 bis 50 Liter, was aber regional verschieden sein konnte; in manchen Gegenden wurde das Raummaß 'Eimer' verwendet, was zwei Legeln (Lägeln) entsprach, die zum Transport rechts und links eines Esel- oder Pferderückens befestigt waren.
Leim, Kaltleim
Klebstoff zur Etikettierung von Flaschen etc.
Zum Befestigen von Etiketten z. B. an Flaschen können unterschiedliche Methoden zur Anwendung kommen. Neben selbstklebenden Folien und der Verwendung von Kunststoffen und Kautschuk als Klebstoff (Heißleim) ist das Kleben mit Kaltleim ein nach wie vor übliches Verfahren.
Wasserlöslichen Kaltleim gibt es z. B. als Kasein-, Stärke- bzw. Dispersionsleim, die je nach Oberflächenart (Glas, PET etc.) bei Temperaturen von etwa 25 bis 30 °C zur Anwendung kommen; die Etiketten werden dabei immer ganzflächig verklebt. Kaltleim lässt sich gut für Etikettierungsmaschinen verwenden.
leicht
Wein mit wenig Alkohol und (entsprechend) zartem Körper
Die Zuordnung ‚leicht‘ für einen Wein wird in Deutschland oft für Weine mit dem Prädikat 'Kabinett' (siehe dort) getroffen und ist meist positiv gemeint. Ob ein Wein leicht ist (oder als 'leicht' empfunden wird), hängt in der Regel vom Alkoholgehalt ab. Vergleichsweise wenig Alkohol wird, wenn Frucht, Süße und Säure stimmen, oft als angenehm und harmonisch empfunden.
Es ist in der Tat ein großer Unterschied, auch in der Wirkung auf den menschlichen Organismus, ob z. B. ein leichter Kabinett-Wein mit 9,5 % Vol. Alkohol getrunken wird oder die gleiche Menge eines schweren Kraftpakets mit 14 % Vol. - und manchmal noch mehr. Viele Menschen sind geneigt zu glauben, dass das ja nur 4,5 Prozent Unterschied ausmacht, was aber eine völlige Fehleischätzung darstellt: Denn der o. g. leichte Kabinett enthält ein gutes Drittel weniger Alkohol als besagtes Kraftpaket.
Lenz Moser
Aus Österreich stammende Reberziehungsart (Hochkultur)
Der Österreicher Lenz Moser hat bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in seiner Rebschule mit neuen Erziehungsarten experimentiert, um die in der Fläche eher unrentable, arbeitsintensive Stockerziehung sinnvoll zu ersetzen. Im Zuge des Arbeitskräftemangels nach dem Krieg hat sich die auch 'Hochkultur' genannte Erziehungsart von Lenz Moser durchgesetzt, die eine deutlich geringere Stockzahl pro Hektar und damit mehr Raum, Licht und Nährstoffe und breitere Gassen vorsieht. Die Stöcke erreichen eine Höhe von 1 m bis 1,30 m, die Triebe waren ursprünglich in der so genannten Drittelteilung angeordnet, bei der je ein Drittel der Triebe nach links und rechts in die Gassen hingen und ein Drittel gerade hoch standen, was einen guten Lichteinfall, allerdings auch viel Platz in den Gassen brauchte.
Die ursprüngliche Hochkultur nach Lenz Moser ist inzwischen den Bedürfnissen des Maschineneinsatzes angepasst und vor allem durch die Anwendung des Halbbogenschnitts statt des ursprünglichen Zapfenschnittes mit zwei Kordonarmen verbessert worden. Auch die geringe Anzahl von etwa 3.000 Stöcken pro Hektar wurde wieder erhöht, weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die einzelne Rebe durch zu viel Standraum überlastet werden kann.
Lemberger, Limberger
Rote österreichische Rebsorte
Der offizielle Name von 'Lemberger' oder 'Limberger' wird manchmal mit 'Blaufränkisch' angegeben, und möglicherweise stammt die alte Sorte statt aus Österreich tatsächlich aus dem Westen des ehemals sehr großen Frank(en)reichs.
Nach Württemberg, wo man den Lemberger schon lange kennt, ist er jedenfalls über die Alpenrepublik gekommen, wo er zurzeit auf einer Fläche von rund 3.500 Hektar angebaut wird (Deutschland ca. 1.750 ha). Wegen seiner besonderen Eigenschaften wurde Lemberger gern für Kreuzungen verwendet z. B. im Zweigelt (St. Laurent x Blaufränkisch). Lemberger kann kräftige, lagerfähige Weine und interessante Sekte mit fruchtbetontem Charakter hervorbringen.
Lesegut
Bezeichnung für gelesene Weintrauben bis zum Keltern
Die Bezeichnung 'Lesegut' macht die einzelnen Trauben zu einer Gesamtheit, aus der sich die Qualität hinsichtlich Reife, Gesundheitszustand und Menge ergibt. Man fragt nicht mehr nach der einzelnen Traube, sondern denkt mit Lesegut bereits in den nächsten Zustand, nämlich den Most, hinein, in dem schließlich alle individuellen Früchte zu einer Einheit geworden sind.
Ob die Trauben maschinell oder per Hand zum Lesegut wurden, spielt für den Begriff keine Rolle, aber spätestens, wenn in der Kelter das Pressen stattgefunden hat, ist es mit dem Lesegut auch schon wieder vorbei.
Lese
Ernte der Weintrauben
Die Lese der Weintrauben, in Süddeutschland auch 'Herbst' genannt, gilt als Abschluss eines Weinjahrgangs. Allerdings wird nicht alles und auch nicht überall gleichzeitig gelesen, vielmehr hängt der Zeitpunkt von der Rebsorte, vom Reifegrad, von der konkreten Witterung und manchmal auch vom Vorhandensein geeigneten Personals ab. Zu unterscheiden ist weiter, welche Qualität (Prädikate) gelesen werden soll und ob mit der Hand oder einem Traubenvollernter gearbeitet wird.
Bezüglich der Rebsorten gibt es eine Einteilung, ob eine Sorte früh-, mittel- oder spätreifend ist, der individuelle Reifegrad hängt vom Witterungsverlauf über das Jahr ab. Könnte die Lese bezüglich der Reife beginnen, sollte es dabei nicht gerade regnen, weil sonst zu viel Wasser in die Kelter gefahren wird und Fäulnisgefahr besteht; und glücklich schätzen kann sich jeder Winzer, wenn er im richtigen Moment eine gute Lesemannschaft zusammenbringt.
Für die Lese höherer Qualitäten bzw. Prädikate gelten jeweils besondere Reifezustände, die in den Vorgaben für Trockenbeerenauslesen und die gesetzlichen Regeln für Eiswein gipfeln, der wohl als letzter meist im Dezember oder gar im Januar bei mindestens -7 °C gelesen wird. Umgekehrt werden Weine für die Schaumweinbereitung (Grundweine) möglichst früh gelesen, weil es hier auf einen höheren Säuregehalt ankommt.  
Die Entscheidung, ob per Hand oder Vollernter gelesen wird, hängt von den örtlichen Gegebenheiten im Weinberg und teilweise von der gewünschten Qualität bzw. dem angestrebten Prädikat ab; in einigen Anbaugebieten ist beispielsweise die Eisweinlese mit Vollerntern verboten (in Württemberg nicht). Damit ein Vollernter überhaupt fahren kann, müssen sowohl die Zeilen als auch die Gassen in geeigneter Weise angelegt sein und es braucht einen ausreichend großen Wendebereich am Ende der Zeilen. Speziell für die Lese mit Maschinen kann auch eine Art Vorlese stattfinden, bei der ungeeignetes Traubenmaterial vorab von Hand herausgenommen wird.
Mehr zum Lesevorgang und Details dazu finden Sie unter den betreffenden Stichwörtern.
Liebfraumilch, Liebfrauenmilch
Historischer Weißwein aus Deutschland
Liebfrau(en)milch wurde ursprünglich vor etwa 270 Jahren aus den Trauben der Weinberge rund um die Wormser Liebfrauenkirche bereitet. Rund 90 Jahre später wurden die Weinberge an das Weinhandelshaus Valckenberg verkauft, das ab 1909 eine Marke daraus machte, um sich gegen Plagiate des damals durchaus geschätzten Weines zu schützen.
Noch heute gibt es eine Handvoll Winzer, die Liebfrauenmilch aus dieser Ur-Lage bereiten. Die heutige Liebfrauenmilch ist ein weißer Qualitätswein, für den bestimmte Regeln gelten, die sich auf die verwendeten Rebsorten (zu mindestens 70 % aus Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus und Kerner), die Herkunft der Trauben (Rheinhessen, Pfalz, Nahe, Rheingau) und auf die Geschmacksrichtung (oberhalb von 18 g/l Zucker = lieblich) beziehen. Während dieser Wein in Deutschland einen eher mäßigen Ruf hat, ist er in manch anderen Ländern wie UK oder im ehemaligen Ostblock recht beliebt.
Licht, Lichtenergie
Eine der Grundvoraussetzungen für die Photosynthese
Ohne Sonnenlicht keine Photosynthese, denn wie das Wort 'Photosynthese' schon andeutet, wird - grob zusammengefasst - aus Energie (eben aus dem Sonnenlicht), Kohlendioxyd und Wasser die gewünschte Stärke (Zucker), Sauerstoff und wieder Wasser.
Weil der Winzer möchte, dass in die Beeren möglichst viel Zucker eingelagert wird, sorgt er dafür, dass die dafür entscheidenden Blätter seiner Rebstöcke auch möglichst viel Licht erhalten. Parameter dafür sind zum Beispiel die Exposition und die Hangneigung des Weinbergs, die Gassenbreiten, die Stockabstände, die üblichen Stockpflegemaßnahmen und natürlich die durchschnittliche Sonnenscheindauer am Standort der Reben, was von Jahr zu Jahr etwas schwankt. Unterstützt wird ein geeigneter Lichteinfall auch durch ausgeklügelte bis manchmal abenteuerliche Erziehungssysteme; so hat vor etwa 20 Jahren ein toskanischer Winzer seine Rebstöcke derart auf kleine Apparaturen gepflanzt, dass sie sich mit dem Sonnenstand mit drehen konnten. Über ein verbessertes Ergebnis ist allerdings nichts bekannt geworden
Lie(s)
Französische Bezeichnung für die bereits abgestorbenen Hefezellen (Geläger)
Wenn das französische Wort für 'Geläger' bei uns auftaucht, dann meistens im Zusammenhang mit Champagner oder Crémant; da ist nämlich die Dauer, die ein solcher Champagner über die vorgeschriebene Zeit hinweg sur lie(s) (fachlich: Hefesatzlagerung; ugs.: auf der Hefe) verbringt, ein Qualitätsmerkmal.
lieblich
Geschmacksangabe für Wein mit 18 bis 45 g/l Zucker
'Lieblich' ist eine sehr schöne Geschmacksangabe, weil sie den Süße-Eindruck, den sie benennt, allein schon vom Wort her ausgesprochen gut trifft (im krassen Gegensatz zu 'trocken' oder 'halbtrocken'). Selbst wer nicht wüsste, wie in Deutschland die Geschmacksrichtungen unterteilt sind, würde bei 'lieblich' sofort auf 'recht süß' kommen. Der Begriff 'halbsüß' wird im österreichischen und deutschen Raum manchmal verwendet und ist inhaltlich identisch mit 'lieblich', darf aber mangels Definition nicht auf das Etikett.
Lignin
Festes Material aus phenolischen Makromolekülen, Bestandteil von Holz mit Stützfunktion, auch ‚Holzstoff‘
Lignin spielt für Wein vor allem im Zusammenhang mit dem Barrique-Ausbau und dort mit dem Toasten (siehe dort) der Innenwände eine Rolle. Wenn Holz verbrennt, entsteht durch die so genannte Ligninpyrolyse aus dem eigentlich geruch- und geschmacklosen Lignin eine Reihe von sekundären Holzaromastoffen, die je nach Grad des Toastens unterschiedlich ausfallen.
Bei dem sehr häufig anzutreffenden mittleren Toasting entstehen aus dem Lignin aromatische Aldehyde wie das Vanillin und das nach Waldbeeren duftende Syringaldehyd. Die Aldehyde reagieren dann teils weiter mit  Inhaltsstoffen des Weins über viele Stufen zu wieder neuen Aromen.
Andere für den Barrique-Ausbau typische Aromen stammen hingegen entweder aus dem ungetoasteten Eichenholz selbst oder sind als sekundäre Holzaromen aus Cellulose oder Hemicellulose oder Tanninen wahrnehmbar.
Limousin
Französische Region mit großem Eichenwaldgebiet
Die bei Urlaubern eher wenig bekannte Region im mittleren Westen Frankreichs (benannt nach der Regionalhauptstadt Limoges) beherbergt in ihren Wäldern eine große Zahl von Eichen - Stieleichen, deren Holz besonders gut für den Bau von Barriques geeignet ist
(Siehe auch unter dem Stichwort 'Barrique')
Likör
Süße Spirituose
Likör ist eine süße Spirituose mit einem Zuckergehalt von mindestens 100 g/l.
Er kann aus aromatisiertem Ethylalkohol, der landwirtschaftlichen Ursprungs ist, oder aus einem ebenfalls aus der Landwirtschaft stammendem Destillat hergestellt werden. Dabei ist die Zugabe von Rahm, Obst oder Wein etc. gestattet. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 15 % Vol., für Eierlikör nur 14 % Vol. Nach der EU-Verordnung (EG) Nr. 110/2008 ist auch eine Zugabe der dort festgelegten Farb- und Aromastoffe erlaubt. Für Enzianlikör aus natürlichen Aromen gilt als Ausnahme ein Mindestzuckergehalt von 80 g/l; Kirschlikör muss zu 100 % aus einem Kirsch-Destillat stammen, hier reicht ein Mindestzuckergehalt von 70 g/l; ein Fruchtsaftlikör muss mindestens 20 % Fruchtsaft enthalten. Für Liköre mit der Bezeichnung „Brandy“ gibt es zusätzliche bezeichnungsrechtliche Regeln.
Likörweine
, eine Spezialität Südeuropas, sind Weine, deren Gärung durch Aufspriten unterbrochen wurde, weshalb ein natürlicher Restzucker und ein verhältnismäßig hoher Alkoholgehalt (mindestens 15 % Vol., höchstens 22 % Vol.) vorhanden ist. Die genaue Definition befindet sich in der EU-Verordnung 1493/1999 vom 17. Mai 1999, die bis heute mehrfach ergänzt wurde..
lind
Bezeichnung für Weine, die zäh bis schleimig sind
Die negative Aussage, ein Wein sei lind, kennzeichnet einen Weinfehler (das Zähwerden), der auf die Bildung von Kolloiden aus vorhandenem Zucker (vorwiegend Glucose) durch bestimmte Milchsäurebakterien (hauptsächlich Pediococcus damnosus) zurückzuführen ist. Die Viskosität des Weines wird durch die langkettigen Polysaccharide und einen gewissen Proteingehalt stark erhöht, allerdings ohne dass sich die Sensorik drastisch verändern würde. Was allerdings bei solchermaßen dickflüssigen Weinen auffällt, ist ein erhöhter Anteil an flüchtiger Säure.
Nicht jeder Wein ist gleich anfällig für das Lind- oder Zähwerden. Besonders säure- und alkoholarme Jungweine, die vor der Gärung nicht ausreichend geschwefelt bzw. entschleimt wurden, neigen zu diesem Fehler. Die noch nicht von der Hefe gezogenen Jungweine werden dabei vom Gebindeboden aus infiziert, wo die bereits aus dem Weinberg eingeschleppten Bakterien mit den abgestorbenen Hefezellen einen guten Nährboden finden. Bereits stärker befallene Weine sind durch eine mechanische Zerstörung des Schleims mit anschließender Schwefelung und feinporiger Filtration zumindest im Ansatz zu retten.
Liqueur de tirage
Französisch für Füll-Dosage, Zuckerlösung mit Hefe (siehe auch unter Champagner)
Im Zuge der Schaumweinbereitung nach der traditionellen Methode oder auch nach dem Transvasierverfahren erhält der Grundwein zur Einleitung der zweiten Gärung ein Gemisch aus Zucker und Hefen auf die Flaschen, kurz auch 'Tirage' genannt. Die beim Tankgärverfahren zugegebene Zucker-Hefe-Lösung wird manchmal ebenfalls Liqueur de tirage genannt.
Liqueur d´expédition
Französisch für Versanddosage
(Siehe ‚Dosage‘ bzw. ‚Champagner‘)
Liquoroso, Vino liquoroso
Italienische Bezeichnung für süßen, gespriteten Wein (z. B. Marsala)
Liter
Gebräuchliches Hohlmaß
Das Raummaß Liter (Einheit l, Abkürzung Ltr.) entspricht seit 1793 einem Würfel von 10 cm Kantenlänge (1.000 ccm bzw. 1 Kubikdezimeter) und wird zur Teilung oder Vervielfachung mit allerlei Vorsilben versehen. Als Faustregel für die gängigsten Maße gilt: Die lateinischen Vorsilben geben Bruchteile des Liters an (Milliliter = 1/1000, Zentiliter = 1/100 und Deziliter = 1/10); die griechischen Vorsilben Vielfache (Dekaliter = x 10, Hektoliter = x 100 und Kiloliter = x 1.000), wobei Dekaliter und Kiloliter nicht gebräuchlich sind.
Aber wenn man die Vorsilben schon einmal kennt, kann man sie leicht auch auf Längen (Meter) oder Gewichte (Gramm) übertragen. Allerdings gilt diese Regel nur für den überschaubaren Bereich zwischen x 1.000 und : 1.000 denn schon die Vorsilbe für die nächste Teilung Mikro (für Millionstel), zu Deutsch klein, gehört den Griechen statt den Römern. Im Alltag wird jedoch oft mit anderen Teilungen des Liters hantiert, besonders, wenn es um Flaschengrößen oder vielmehr deren Inhalt geht: die Dreiviertelliterflasche (0,75 l), die Halbliterflasche (0,5 l), die halbe Flasche (0,375 l) oder die Piccolo-Flasche (0,2 l). In die andere Richtung haben wir die Magnum (1,5 l), die Doppelmagnum (3 l) und dieser folgend allerlei Flaschengrößen mit meist biblischen Namen wie Rehoboam (4,5 l) oder Balthazar (12 l), deren Volumen aber bei gleicher Bezeichnung je nach Art der Befüllung unterschiedlich groß sein kann. Alle diese Großflaschen sind bis auf ein paar teils exotische Ausnahmen (z. B. Solomon mit 20 l oder Souverain mit 26,25 l) ganzzahlige Vielfache nicht von 1 Liter, sondern von 0,75 Liter, dem Volumen der Standardflasche, bei Champagner Imperial genannt. Gar nicht exotisch, aber auch kein ganzzahliges Vielfaches der Standardflasche ist z. B. die 2-l-Flasche meist für einfachen Wein aus dem Supermarkt und die 5-l-Flasche (die moderne Jeroboam) für manche Bordeaux-Weine.
lockerbeerig
Lockere Anordnung der Beeren am Stielgerüst
Ob die Beeren im Endstadium der Reife eher größere oder eher kleinere Abstände zueinander haben, ist entweder Rebsorten-abhängig oder das Ergebnis von kräftiger Verrieselung während der Blüte. Vor Reifebeginn - also zum so genannten Traubenschluss - sind bei den gängigen Keltersorten alle Beeren fest und eng beieinanderliegend und öffnen sich erst mehr oder weniger mit der Reife.
Bei vielen Tafeltrauben findet zuchtbedingt manchmal gar kein echter Traubenschluss mehr statt; man möchte bei Tafeltrauben nämlich einerseits etwas größere Beeren haben und andererseits bewirken, dass sich Schadpilze nicht so leicht festsetzen. Gleichzeitig ist auch die Pilzbekämpfung durch rechtzeitige Spritzungen wirksamer, weil die Mittel besser in die Räume zwischen den Beeren gelangen können.
Bei Keltertrauben kann dies ebenfalls ein Vorteil sein: Versuche mit lockerbeerigen Spätburgunderklonen haben gezeigt, dass die Trauben wegen der geringeren Anfälligkeit gegen Botrytis deutlich länger am Stock bleiben können und der eventuelle Nachteil der dann größeren Beeren (das ungünstige Verhältnis von Fruchtfleisch zu Beerenhaut) durch die längere Verweilzeit mehr als ausgeglichen wird.
Lode, Lote, Lotte
Alter, entlang des Rheins verwendeter Begriff hauptsächlich für die fruchttragenden Sommertriebe des Rebstockes
Die Schreibvariante 'Lotte' ist allerdings nicht zu verwechseln mit der 'Pfälzer Lotte', einem fassähnlichen Behältnis zur Aufnahme des Lesegutes am Transportwagen.
Löß, Löss
Bodenart mit feiner Körnung (vorwiegend Schluff)
Das Wort 'Löß' oder 'Löss' stammt aus dem alemannischen Wort 'lösch', was 'locker' bedeutet. Löß ist ein ocker- bis grau-farbenes, leicht zerreibbares Lockergestein, das sich als Flugstaub abgelagert hat und deshalb nicht geschichtet ist. Gebildet hat sich der Staub durch mechanische Zerstörung größerer Brocken. Bekannt sind in Deutschland Löß-Sedimente aus einer Zeit vor ca. 2,5 Mio. Jahren bis zur letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren, in China entsteht zurzeit Löß durch Ausblasungen aus der Wüste Gobi und Ablagerungen an geschützten Orten. Überall dort, wo aus dem Löß durch Verwitterung Kalk ausgewaschen wird, entsteht Lößlehm.
Löß besteht zum größten Teil (50 bis 70 Prozent) aus Quarzit, der Rest sind hauptsächlich Tonmineralien, Kalk und Feldspat.
Für den Weinbau können Lößböden von Vorteil sein, weil sie viele Mineralstoffe enthalten und meist gut durchlüftet sind.
 
In deutschen Weinbaugebieten finden sich Lößböden vor allem am Kaiserstuhl (bis zu 30 m mächtig) und in der Gegend um Würzburg, ansonsten in einem breiten Band in Ost-West-Richtung von Sachsen bis Niedersachsen an den Hängen der Mittelgebirge.
Logel
Lesekorb, auch Legel
(Siehe unter ‚Kiepe‘)
Logele
Kleines Trinkfass aus Eichenholz mit mittig am Bauch angebrachter Trinköffnung, auch für einen Auslasshahn (badisch). Eiserne Kopfreifen halten den Fassrumpf zusammen; oft mit Bauchreifen aus Weidenholz.
Das Logele wurde in ländlichen Gegenden bis ins 20.Jahrhundert vor allem zur Feldarbeit mitgenommen (Fassungsvermögene wenige Liter)
(Siehe auch unter 'Legel'.)
Lohegeruch, lohfarben
Unangenehmer Geruch bzw. bräunliche Färbung durch nicht weingrün gemachte neue, große Eichenfässer
Im Gegensatz zu Barriques, die man gerade nicht geruchs- und geschmacksneutral haben möchte, müssen die traditionellen großen Eichenfässer vor dem ersten Gebrauch gewässert werden, um den Lohegeruch zu beseitigen. Durch Geschmacksproben und Betrachten der Farbe des Füll-Wassers kann man feststellen, ob ein Fass weingrün ist, oder ob eventuell noch gedämpft oder gebrüht werden muss.
Der Begriff 'Lohegeruch' stammt von dem beim Gerben mit Lohe auftretenden Geruch und der Farbe der Flüssigkeit. 'Lohe' wiederum ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen Wort 'lo', was u. a. 'schälen' oder 'abreißen' bedeutet. Geschält wurde die Rinde (Lohe) von Eichen, sie diente zum Gerben von Tierhäuten.
Lohnabfüllung
Abfüllung unter Verantwortung eines Abfüllbetriebs, der nicht der Erzeuger ist
Hauptsächlich kleinere Weingüter, für die sich eine eigene Abfüllanlage nicht rentiert und eine Abfüllung von Hand zu aufwändig ist, lagern den Vorgang der Abfüllung manchmal inkl. Konfektionierung und Verpackung an ein Lohnunternehmen aus. Dieser Vorgang ist im Weingesetz streng geregelt, weil dem Lohnabfüller damit eine Reihe steuerlich und lebensmittelrechtlich relevanter Aufgaben samt Verantwortung übertragen werden.
Da bei allen Weinen, die aus der EU stammen, auf dem Etikett eine Angabe über den Abfüller gemacht werden muss, ist auch die Angabe für den Fall einer Lohnabfüllung in einer EU-Verordnung definiert. Wenn ein Lohnabfüller mit einer mobilen Anlage zum Betrieb des Erzeugers kommt, kann der Erzeuger mit der dann gemieteten Anlage vor Ort selbst abfüllen, es liegt keine Lohnabfüllung im klassischen Sinn vor. Gibt der Erzeuger jedoch die Verantwortung für die Abfüllung ab, handelt es sich um eine Lohnabfüllung, egal wo diese stattfindet.
Wird Wein mit Tankwagen in einen Abfüllbetrieb gefahren, muss unterschieden werden, ob der Wein z. B. in einer vom Erzeuger gemieteten Anlage (unter Eigenbetriebsbedingungen) abgefüllt wird oder komplett fremd. Für eine externe Abfüllung unter Eigenbetriebsbedingungen muss eine Reihe von Voraussetzungen vorliegen, die für den Begriff der Lohnabfüllung jedoch nicht relevant sind. Wird der Wein extern von einem Lohnunternehmen unter dessen Verantwortung abgefüllt, muss die Angabe gefüllt für ... oder - bei Nennung des Lohnfüllers - gefüllt für ... von ... erfolgen, bei Bag-in-Boxes kommt noch der Begriff 'Verpacker' ins Spiel. Weine, die als echte Lohnabfüllung auf die Flasche gekommen sind, können die Zusatzbezeichnungen Erzeuger-, Guts und Schlossabfüllung nicht führen, eine Schlossabfüllung sieht darüber hinaus die Abfüllung auf dem Gelände des produzierenden Betriebes vor.
Lohnversektung
Herstellung von Schaumwein im Lohnverfahren  
Bei der Lohnversektung werden Grundweine eines Weingutes von einem externen Dienstleister außerhalb des Weingutes zu Schaumwein verarbeitet. Anschließend bringt das betreffende Weingut das fertige Produkt unter seinem Namen und seiner Verantwortung in Verkehr. Dieses häufig verwendete Modell ermöglicht es auch kleineren Weinbaubetrieben, ihren Kunden eigenen Schaumwein vor allem nach technisch aufwändigen Herstellungsverfahren anzubieten. Als Hersteller wird das Weingut auf dem Etikett genannt, das die Herstellung auf seine Rechnung in Auftrag gibt.
 
Ansonsten heißt es ‚hergestellt von‘ (oder ‚versektet von‘) oder ‚hergestellt für‘.
Eine Sonderregelung betrifft Sektkellereien, die selbst Auftraggeber sind. Wenn auf dem Etikett bereits das Wort ‚Sektkellerei‘ genannt wird, entfällt die gesonderte Herstellerangabe. Dies allerdings nur, wenn die Herstellung auf dem Betriebsgelände der Sektkellerei geschieht. Wenn nicht, muss der Herstellungsort genannt werden. Liegt dieser Ort außerhalb Deutschlands (innerhalb der EU), muss das Mitgliedsland genannt werden.
 
Eine Alternative zur Lohnversektung ist das Herstellen (lassen) einer Hausmarke. Dabei wird der Grundwein an den Hersteller verkauft,  der den Schaumwein herstellt und als fertiges Produkt an das Weingut als Hausmarke zurückverkauft.
Loire, Val de loire (igp)
Weinbauregion mit mehreren Weinbaugebieten entlang des größten französischen Stroms zum Atlantik
Zwischen Roanne in der Region Burgund und Nantes nicht weit von der Atlantikmündung entfernt erstreckt sich die große Weinbauregion über eine Länge von fast 1.000 Kilometer entlang der Loire. Einige kleinere Gebiete liegen nicht direkt im Einzugsbereich des Flusses, sind aber in die zuständige Kategorie Val de Loire (IGP) integriert, zum Beispiel Saint-Pourçain südlich von Moulins (Auvergne / Allier) Auf einer Fläche von etwa 60.000 Hektar werden heute noch etwa 2 Mio. Hektoliter Wein produziert mit einem Anteil von etwas mehr als 50 Prozent für Weißwein. Das riesige Gebiet ist unterteilt in über 30 Appellationen und knapp 40 Landweingebiete. Die herausragenden Bereiche sind das Gebiet Anjou-Saumur, wo vor allem trockene Rot- und Weißweine entstehen und das (oder die) Touraine mit seinen hochwertigen Weißweinen aus Sauvignon Blanc und den berühmten Crémants. Der Crémant de Loire wird aus der weißen Rebsorte Chenin Blanc bereitet, die den Schaumweinen einen unvergleichlichen, charakteristischen Geschmack verleiht. Als bekanntester Crémant gilt der aus der Appellation Vouvray, ein Stück östlich von Tours gelegen.  
Long Cap, longcap (LC)
Moderner Schraubverschluss mit langer Kapsel
Seit längerer Zeit schon sind verschiedene Arten von Schraubverschlüssen auf dem Vormarsch, weil sich angesichts diverser Nachteile von Naturkorken - von der Problematik des nur langsam nachwachsenden Materials über recht hohe Preise bis zu Korkschmeckern - immer mehr Betriebe der Weinbranche für einen solchen modernen Verschluss entscheiden. Der größte Vorteil für den Verbraucher ist sicher die einfache Handhabung, einen sicheren Schutz gegen den so genannten 'Korkgeschmack' (siehe dort) bietet ein Schraubverschluss aber nicht unbedingt.
Es gibt eine Reihe von Modellen, die sich in der Qualität (Material, Dichtung), der Optik und im Preis teilweise erheblich unterscheiden; und auch innerhalb der Kategorie LongCap (LC) gibt es beträchtliche Unterschiede. Einer der ersten LongCap-Verschlüsse wurde in den 60er-Jahren von einer kleinen französischen Firma entwickelt, die schon bald von Rio Tinto Alcan (heute Amcor) aufgekauft wurde. 1971 wurde der erste Verschluss in der Schweiz auf den Markt gebracht; er ist unter dem Kunstwort 'Stelvin' inzwischen weltbekannt. Seit einiger Zeit gibt es eine optisch noch einmal aufgewertete Variante, den 'Stelvin Lux'. Ähnlich wie Tempo für Papiertaschentücher wird Stelvin oft als Synonym für LC verwendet, obwohl der Original-Stelvin mit 60 mm Länge ein konkretes Maß hat.  LC-Verschlüsse sind gegenüber den einfacheren und vor allem kürzeren MCA-Drehverschlüssen (Metal Closure Aluminium) optisch und technisch aufwändiger konstruiert. Sie bestehen üblicherweise ebenfalls aus Aluminium und werden entweder einteilig hergestellt (der komplette Verschluss wird aufgeschraubt) oder zweiteilig (der obere Teil löst sich beim Aufdrehen an einer Bördelung).
Eine zusätzliche Kapsel als Schutz oder Werbefläche wird nicht benötigt, denn besonders Letzteres ist durch verschiedene Präge- und Drucktechniken für die LC-Verschlüsse auf Kopf- und Seitenteilen gewährleistet. Wie alle Drehverschlüsse dichtet auch ein LC ausschließlich an der Flaschenmündung, was eine besondere Technik erfordert. Üblich sind Einlagen aus mehreren zum Teil aufgeschäumten Kunststoffschichten (Saran- bzw. Saranex-Scheiben) oder solche mit eingearbeiteter Zinnfolie (Saran-Zinn-Scheiben).
Um den Verschluss noch besser abzudichten, werden auch verschiedene Anroll-Techniken angewandt (Plungen), bei der die Dichtscheibe zusätzlich über die Glaskanten des Flaschenhalses gedrückt wird. Zusätzlich gibt es seit einiger Zeit so genannte Compound-Dichtungen (Verbundstoff), die einem höheren Innendruck widerstehen. Umgekehrt gibt es nun auch Dichtungen, die einen gezielten Gasaustausch zulassen sollen, erste Erfahrungen damit werden zurzeit gemacht.LC sind in verschiedenen Dimensionen erhältlich (28 x 44 mm bis 30 x 60 mm), wobei für die längeren Varianten spezielle Bandmündungen mit einem zusätzlichen Glasring unter dem Gewinde (BVS - Bague Vin Suisse) vorhanden sein müssen (sollten), was wiederum andere Anrollköpfe an der Verschließmaschine der Abfüllstraße bedingt.
Los, Loskennzeichnung
Los: Charge (Abfülleinheit), deren Einzelpackungen (z. B. Flaschen mit Inhalt) unter denselben Bedingungen entstehen
Die Losnummer ist eine Pflichtangabe auf den Etiketten von Weinflaschen, die aus der EU stammen oder dorthin importiert werden. Vorangestellt ist immer ein L, um Verwechslungen mit anderen Nummern zu vermeiden (z. B. mit dem Abfüller-Code etc.). In Deutschland wird bei Qualitätsweinen (QbA) die Nennungspflicht durch die Angabe der ohnehin obligatorischen Amtlichen Prüf(ungs) nummer (AP-Nr.) erfüllt.
Anhand der Los-Nummer sind die einzelnen Lose (Chargen) bzw. Abfüllungen nach Menge und Abfülldatum durch die zuständige Behörde identifizierbar. Auch als Verbraucher kann man verschiedene Abfüllungen voneinander unterscheiden. Wer sich schon einmal gewundert hat, dass der tägliche Wein aus einer scheinbar völlig identischen Flasche und demselben Jahrgang auf einmal anders schmeckt, der vergleiche - falls es sich mindestens um einen QbA handelt - einmal die letzten vier Ziffern der AP-Nr., die den Monat und das Jahr der Abfüllung angeben (z. B. 0512 für Mai 2012). Sind diese verschieden, kann man sicher von zwei unterschiedlichen Abfüllungen ausgehen, die durchaus auch verschieden schmecken können (anderer Alkohol- oder Zuckergehalt).
Lucullus, Lukull, Lukullus
Römischer Feldherr und bekennender „Vielfraß“ (französisch: Gourmand) mit Verdiensten um Wein und Essen
Lucius Licinus Lucullus wirkte zwar vor über 2.000 Jahren (117 bis 56 v. Chr.) sehr erfolgreich im römischen Senat, als Konsul und als Feldherr, verbunden wird sein Name jedoch fast ausschließlich mit seinem Hang zur Völlerei auf höchstem Niveau. Das bei uns verbreitete Adjektiv lukullisch in Zusammenhang mit entsprechenden Genüssen gibt ein beredtes Zeugnis davon.
Nicht zu verwechseln jedenfalls ist dieser frühe Gourmand mit einem komplett gleichnamigen römischen Politiker, der etwas früher, nämlich in der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. ebenfalls Konsul war, in kulinarischen Dingen dem eigentlichen Lukull aber nicht das Wasser reichen konnte.
lüften
Dem Wein gezielt Sauerstoff zuführen
(Siehe unter Karaffieren)
Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur
Wesentliche Parameter des so genannten Kellerklimas
Siehe dort
Luftgeschmack
Fehlton mit Braunfärbung, vorwiegend bei jungen Weißweinen
Werden (weiße) Jungweine nicht ausreichend geschwefelt, so können verbliebene Gärungsnebenprodukte (vor allem Acetaldehyd) bei intensivem Luftkontakt des Weins (daher 'Luftgeschmack') durch Oxidation einen Fehlton und eine bräunliche Farbe verursachen, was auch unter dem Begriff rahn bekannt ist. Der Wein schmeckt dann unangenehm nach gedörrtem Obst, ist süßlich bis bitter und quasi ungenießbar.  

Luxemburg
Kleines Großherzogtum mit Weinbau zwischen Belgien, Frankreich und Deutschland
Die luxemburgischen Rebflächen erschöpfen sich mit den im süd-östlichen Teil des Landes gelegenen Moselhängen samt Nebenfluss Sauer (franz. Sûre), die den Formationen im benachbarten Deutschland durchaus ähneln. Das auch als Mieselerland bezeichnete Gebiet ist etwa 1.250 Hektar groß, es dominiert der hier Rivaner genannte Müller-Thurgau mit fast 30 Prozent Flächenanteil; es folgen die Burgundersorten Auxerrois und Weißburgunder mit je etwa 14 Prozent, erst dann folgt der die deutsche Mosel beherrschende Riesling mit ca. 12 Prozent. Die einzige rote Sorte von Bedeutung ist Spätburgunder mit knapp 7 Prozent. Der früher hier übermächtige Elbling nimmt heute nur noch eine Fläche von rund 9 Prozent ein und dient wie eh und je fast ausschließlich der Produktion von Crémant. Die Luxemburger verfügen über ein eigenes Qualitätsweinsystem, genannt 'Marque Nationale des Vins luxembourgeois', das seit 1935 Herkunft und Qualität garantiert.
Die Weine werden staatlicherseits nach dem 20-Punkte-System bewertet und nach erreichter Punktzahl bestimmten Kategorien zugeordnet: ab 12 Punkten wird das Basis-Siegel vergeben, ab 14 heißt die Qualität Vin classé, ab 16 Premier Cru und ab 18 Grand Premier Cru. Darüber hinaus sind seit Anfang des neuen Jahrtausends Spätlesen bezeichnet (Vendanges Tardives), Eisweine (Vin de Glace) und Vin de Paille (Strohwein, Wein aus Trauben, die auf Strohmatten getrocknet wurden). Für Schaumweine gibt es seit 1991 eine eigene Appelation Crémant de Luxembourg, wenn sie nach der traditionellen Methode hergestellt wurden.
LVWO Weinsberg
Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg
Die LVWO wurde im Jahr 1868 als Königliche Weinbauschule in Weinsberg nahe Heilbronn gegründet und gilt als eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Ihr Gründer und erster Leiter war Immanuel Dornfeld, dem die dort gezüchtete Rebsorte Dornfelder ihren Namen verdankt. Die Einrichtung dient sowohl Lehr- (Weinbautechniker) als auch Forschungszwecken, angegliedert ist ebenfalls eine Abteilung für Qualitätsweinprüfung und die Führung der Weinbaukartei. Ein weiterer Bereich beschäftigt sich mit dem Thema 'Wein und Tourismus'.
Zu dem Komplex gehört seit der Gründung auch das Staatsweingut Weinsberg. Seit Anfang der 1980er-Jahre gibt es eine Kooperation mit dem norditalienischen Istituto Agrario Di San Michele All'Adige. Der Bereich Forschung erstreckt sich über diverse Gebiete des (Obst-) und Weinbaus wie Rebschutz, Anbautechniken, Boden/Düngung, Klima, ökologischer Weinbau, Ökologie im Weinberg etc. Seit 1907 wird in Weinsberg erfolgreich Rebzüchtung betrieben, neben dem bereits erwähnten Dornfelder (1955) sind Kerner (1928) und Acolon (1971) die bekanntesten. Ab 1970/71 sind neben einer Reihe von pilzresistenten Sorten (Piwis) auch verschiedene Kreuzungen mit Cabernet Sauvignon entstanden, was sich bei einigen allerdings als Irrtum herausgestellt hat, namentlich Cabernet Dorio, Cabernet Dorsa und Cabernet Mitos.
Lysozym
Weinbehandlungsmittel (Enzym) aus Ei
Ei-Lysozym ist ein Weinbehandlungsmittel, das erst seit dem Jahrgang 2001 eingesetzt werden darf und inzwischen zur Steuerung bzw. Verhinderung des Biologischen Säureabbaus (BSA) hauptsächlich bei gärendem Most und Jungweinen, aber auch zur Stabilisierung von Weinen bei Verschnitten oder bei Süßungsvorgängen Verwendung findet. Lysozym, 1922 entdeckt von Alexander Fleming, dem Vater des Penicillins, hat eine antibakterielle Wirkung bei grampositiven Bakterien (z. B. Milchsäurebakterien), verschont aber gramnegative Bakterien und Hefen, weshalb die Bildung von Alkohol durch Lysozym nicht behindert wird.
Die Wirkung des Enzyms ist zeitlich mit durchschnittlich etwa vier Wochen recht stark begrenzt; bei kräftigen Rotweinen ist die antibakterielle Wirkung wegen Wechselwirkungen mit Tanninen jedenfalls wesentlich geringer als bei Weißweinen. Wechselwirkungen geht Lysozym auch mit Bentonit ein, weshalb ein Überschuss an freiem Lysozym (kann Eiweißtrübungen verursachen) mit einer Bentonit-Behandlung entfernt werden kann oder sollte. Nach der Richtlinie 2007/68/EC zur Änderung der Lebensmittelkennzeichnungsrichtlinie 2000/13/EC Anhang IIIa, die die Kennzeichnung von Allergenen regelt, gehört Lysozym zu den kennzeichnungspflichtigen Stoffen und muss infolgedessen, falls im Endprodukt nachweisbar, auf dem Etikett ausgewiesen werden (seit 2012).
Lyra-Erziehung
Reberziehung mit V-förmigem Unterstützungssystem
Das in Frankreich entwickelte Lyra-System greift den Gedanken von Lenz Moser auf, der durch die Verteilung der Triebe (er hatte eine Drittelung im Sinn) den Lichteinfall verbessern soll. Bei der Lyra-Erziehung enden die Stämme in etwa 80 cm Höhe; von dort werden jeweils im rechten Winkel zur Zeile zwei etwa 30 cm lange Kordonarme mit Zapfenschnitt gezogen. Die aus den Zapfen entstehenden Fruchttriebe werden entlang einer V-ähnlichen Drahtrahmenerziehung zu beiden Seiten der Zeile in einem Winkel von etwa 30 Grad zur Senkrechten gezogen. Dem Vorteil der besseren Belichtung der Traubenzone steht jedoch der Nachteil einer wesentlich erschwerten Bearbeitung und Pflege gegenüber, der Einsatz von Maschinen ist erschwert bis unmöglich und eine Gassenbreite von gut drei Metern zehrt viel Fläche auf.
Gleichzeitig ist das Unterstützungssystem deutlich aufwändiger als bei der herkömmlichen vertikalen Spaliererziehung. Versuche in Australien, den Neigungswinkel gegenüber der Lyra-Erziehung auf rund 60 Grad zu verdoppeln (die so genannte Tatura-Erziehung), um noch mehr Sonnenlicht zu erheischen, sind wegen absoluter Unpraktikabilität völlig ins Leere gelaufen.Warum heißt das System Lyra-Erziehung? Ein in dieser Erziehungsart stehender Rebstock gleicht (in Zeilenrichtung betrachtet) ab dem Frühsommer, wenn die Fruchttriebe alle ausgeprägt sind, der Form einer Lyra (Leier), einem antiken Zupf- bzw. Saiteninstrument.

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